Wie Amerika für Trump reif wurde

Sonntag, 13.11.2016 16:00 von

Das Buch der Stunde hat George Packer bereits vor drei Jahren geschrieben. Wer den Triumph von Trump verstehen will, kommt an dem großen Protokoll über die Selbstabwicklung Amerikas nicht vorbei.

Als Barack Obama Ende 2008 den Amerikanern ein wenig Hoffnung schenkte, hatte George Packer sie gerade verloren. Packer war wenige Wochen zuvor im Irak gewesen und stand unter dem Eindruck, „dass Amerika die großen Dinge nicht mehr gelingen“. Er dachte an die dicken, wohlstandssatten Zivilsoldaten, die in der umzäunten Parallelwelt des Militärcamps Hamburger verzehrten. Er sah im Fernsehen, wie die Investmentbanker von Lehman Brothers in New York ihre Kartons packten. Und er fragte sich, warum „wir einfach nicht mehr so gut sind, wie wir mal waren“.

Und Packer fragte weiter: Weshalb so viele Amerikaner sich verschuldet hatten. Wo mit der industriellen Basis die arbeitende Mittelklasse geblieben war. Warum die Kirchen, die Gewerkschaften und die Zeitungen den Zerfall der amerikanischen Gesellschaft nicht aufgehalten hatten. Weshalb die Eliten in Washington, New York und im Silicon Valley ihren eigenen Prosperitätslegenden auf den Leim gingen. Und wie es Banken und Kreditinstituten gelingen konnte, im Weißen Haus und im Kongress die Gesetze zu schreiben. Es war der Moment, an dem George Packer beschloss, der Sache auf den Grund zu gehen.

Das Ergebnis seiner Recherchen heißt „Die Abwicklung“: ein niederschmetternd beeindruckendes Meisterwerk journalistischer Mikrosoziologie, das die Selbstabwicklung der USA seit 35 Jahren verhandelt. Packers Figuren sind weder Sympathieträger noch Bösewichte, am ehesten wohl „typische Amerikaner“, ausgestattet mit einem gründlichen Misstrauen in den Staat und seine Hilfsangebote – und mit einem Optimismus, der jedes Hinfallen als Chance zum Aufstehen begreift.

Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.