Wenn der Supercomputer die Diagnose stellt

Dienstag, 18.10.2016 17:20 von

Mit künstlicher Intelligenz gegen Krankheiten: Die Rhön-Klinikum (Rhön-Klinikum Aktie) AG nutzt das Computersystem Watson des IT-Konzerns IBM (IBM Aktie) bei der Suche nach seltenen Syndromen – und künftig vielleicht auch im Krankenhausalltag.

Grauer Star, geschwollene Achillessehnen, dazu noch viel zu früh verkalkte Arterien: Als sich die Patientin in der Uniklinik Marburg vorstellte, hatte sie eine jahrelange Odyssee hinter sich. Keiner der zahlreichen konsultierten Ärzte konnte die Ursachen erkennen. Jürgen Schäfer und sein Team im Zentrum für unerkannte und seltene Erkrankungen (Zuse) sind auf solche Fälle spezialisiert – und stellten nach mehrtägiger Analyse fest: Die 40-Jährige hat eine seltene, vererbliche Stoffwechselerkrankung, Cerebrotendinöse Xanthomatose genannt.

Die Suche nach solchen seltenen Syndromen ist aufwendig. Schäfer und seine 15 Mitarbeiter durchforsten Arztbriefe und Laborbefunde, erfragen die Krankengeschichte und Lebensumstände, diskutieren in großer Runde. Doch die Diagnose könnte bald deutlich schneller gelingen: Die Rhön-Klinikum AG, die das Krankenhaus in Marburg betreibt, setzt künftig auf den Supercomputer Watson von IBM – der soll die Patientendaten nach Auffälligkeiten durchsuchen und die Ärzte darauf hinweisen.

In einem Pilotprojekt mit 500 Fällen ist der Machbarkeitsnachweis geglückt. Nun lotet das Unternehmen weitere Einsatzmöglichkeiten jenseits seltener Krankheiten aus: Wenn es gelinge, die komplexesten Fälle zu lösen, eigne sich das System auch für den Klinikalltag, etwa für die ambulante Aufnahme von Patienten, sagte Jens-Peter Neumann, Finanzchef der Rhön-Klinikum AG, bei der Präsentation in Zürich. „Wenn wir es hinbekommen, wird der ganze Behandlungsprozess dramatisch verändert.“

Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.