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Wenn Angst krank macht

Freitag, 07.10.2016 16:20 von

Die Herbstferien beginnen und viele wollen in den Urlaub fliegen. Doch statt den Strand sehen Tuifly-Fluggäste nur die Flughafen-Bank. Grund sind die Flugausfälle durch massenhaft krankgemeldete Mitarbeiter.

Hannover Airport, 9 Uhr morgens: Eine Großmutter liegt erschöpft mit Tochter und Enkelkind auf ihren Koffern und versucht zu schlafen. „Wie es weiter geht, wissen wir nicht“, sagt die alte Dame. Kurz nach Mitternacht war sie an der Heimatbasis des Ferienfliegers Tuifly eingetroffen, um in den Urlaub nach Antalya zu fliegen. Doch der Flug um 4 Uhr wurde kurzfristig abgesagt. So wie ihnen geht es zurzeit vielen Tuifly-Fluggästen in Deutschland. Entspannt am Strand liegen wollen sie, vor dem ersten Herbstgrau im Süden noch mal Sonne tanken. Doch für einige beginnt der Start in die Herbstferien mit Neonlicht und harter Airport-Bank in der Wartehalle.

Der Grund dürfte in der Zukunftsangst vieler Flugzeugbesatzungen begründet sein, die mit Sorge auf die Neuordnung ihrer Airline blicken. Angst macht krank – offenbar auch extrem kurzfristig. Seit Tagen mehren sich daher die kollektiven Krankmeldungen der Tuifly-Besatzungen. Da viele von ihnen auch für Air Berlin (Air Berlin Aktie) fliegen, wirbeln sie auch deren Flugpläne gehörig durcheinander. Tuifly hat am Donnerstag für den Partner Air Berlin nach dessen Angaben keinen einzigen der täglich 90 Flüge durchgeführt.

„Der Image-Schaden ist enorm“, sagt eine Airline-Mitarbeiterin. Von einer „schwierigen, dramatischen Situation vor allem für unsere Fluggäste“ spricht ein Air-Berlin-Sprecher. Zumal die Passagiere für ihr Ungemach kaum auf Kulanz hoffen können. Denn der Tui-Konzern wertet die massenhaften und äußerst kurzfristigen Krankmeldungen als außergewöhnlichen und nicht vermeidbaren „Umstand im Sinne von höherer Gewalt“ und betont: „Aus diesem Grund mussten die betroffenen Reise- und Luftbeförderungsverträge gekündigt werden.“

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