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Weltweites Angebotsdefizit treibt Kaffeepreise auf Rekordhochs

Dienstag, 18.10.2016 14:08 von

Frankfurt / Main (GodmodeTrader.de) – Die Kaffeepreise legen weiter zu, beobachten die Rohstoffexperten der Commerzbank in ihrem Commodity-Research-Letter. Der Preis der Sorte Arabica hat sich im Laufe der vergangenen Woche um mehr als 7 Prozent auf 157 US-Cents je Pfund verteuert. Der Preis nähert sich damit wieder dem vor vier Wochen verzeichnetem 19-Monatshoch an.

Die Sorte Robusta hat sich sogar noch stärker verteuert. Mit 2.100 US-Dollar je Tonne ist die im Vergleich zu den nur in Höhenlagen wachsenden Arabica-Pflanzen deutlich anspruchslosere Sorte sogar so teuer wie zuletzt vor zwei Jahren.

Seit Jahresbeginn, als die Kaffeepreise auf Tiefststände gefallen waren, hat sich Arabica- Kaffee um 40 Prozent verteuert, Robusta-Kaffee sogar um 55 Prozent.

Hintergrund der rasanten Preisanstiege ist die angespannte Angebotslage. Wie die Rohstoffanalysten der Commerzbank berichten, prognostiziert die Internationale Kaffeeorganisation ICO für das gerade zu Ende gegangene Erntejahr 2015/16 ein Angebotsdefizit von 3,3 Millionen Sack. Es handelt sich damit um das zweite Jahr in Folge, in dem das Angebot hinter der Nachfrage zurückbleibt. Besonders frappierend dabei: Die ICO hatte zuletzt ihre Produktionsschätzung sogar um 4,7 Millionen auf 148 Millionen Sack nach oben revidiert. So hat etwa Kolumbien mit 14 Millionen Sack die beste Ernte seit 23 Jahren eingefahren. Vietnam, weltgrößtes Anbaugebiet für Robusta und in der Kaffeeproduktion weltweit auf dem zweiten Platz hinter Brasilien, meldete einen Anstieg um 3,8 Prozent auf 27,5 Millionen Sack.

Doch weil in anderen wichtigen Anbauländern die Ernten zurückgehen, wächst das weltweite Defizit zwischen Angebot und Nachfrage: In Brasilien fiel die Kaffeeernte jüngst um 5,4 Prozent auf 48,4 Millionen Sack. Das ICO erwartet auch für Kolumbien, Indonesien und Vietnam im Erntejahr 2016/17 schwächere Ernten. Auch in Brasilien wird kommendes Jahr mit einer geringeren Ernte gerechnet. Damit dürfte ein drittes Jahr mit einem Angebotsdefizit bevorstehen – und die Preise auf der Oberseite weiteres Potenzial haben.