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Was Macchiavelli heute empfehlen würde

Donnerstag, 15.09.2016 06:20 von

Auf 99 Prozent der aktuellen Ratgeber-Literatur kann ein vernünftiger Mensch getrost pfeifen. Aber nicht auf Jean-Baptiste Hennequins herrliches Buch „Macchiavelli für meinen Sohn“.Niccoló Macchiavellis Buch „Der Fürst“ ist der vielleicht berühmteste Ratgeber der Literaturgeschichte. Auch nach fünf Jahrhunderten steht Macchiavellismus für Methoden zur Erlangung oder Erhaltung von Macht, die sich über gängige Moralvorstellungen hinwegsetzen. Wer sich näher mit dem Buch und seinem Autor befasst, lernt, dass Macchiavellis Überzeugungen und Empfehlungen nicht so verrucht sind, wie sie spätere Verleumder machten. Was würde Macchiavelli, der große Theoretiker der zweckorientierten Realpolitik, über unsere heutige Welt denken? Vermutlich würde er sich schütteln angesichts des heute nicht weniger als im 16. Jahrhundert verbreiteten „Lasters der moralischen Heuchelei“. Und dann würde er vielleicht Ähnliches verkünden wie der Franzose Jean-Baptiste Hennequin.Leitfaden für das "Spiel um die Macht"Der Politikberater und Generalsekretär einer französischen Elite-Hochschule hat ein wunderbares Buch geschrieben, in dem er im Stile des großen Renaissance-Denkers und auf der Basis eines umfassenden Bildungsschatzes zweierlei leistet: Er lichtet den Nebel der bequemen Lügen und der geistig einschläfernden Zerstreuungen der Gegenwart, um schließlich dem eigenen Sohn (und dem Leser, beziehungsweise dessen Kindern) einen Leitfaden zu geben für das „Spiel um die Macht“, das das Leben ist.Seine Aufforderungen, die als Kapitelüberschriften das Buch einteilen, klingen zunächst zynisch: Denk an dich; Wachse über dich selbst hinaus; Lass andere für dich arbeiten; Verführe; Lüge; Bereichere dich; Sei nicht du selbst.

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