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Was die Märkte 2017 bewegt

Mittwoch, 15.02.2017 09:37 von

London (GodmodeTrader.de) - Das Risiko einer Rezession bleibt kurzfristig niedrig, obwohl sich die Konjunktur in der späten Expansionsphase des Zyklus befindet. Im Jahr 2017 scheint das Wachstum sogar anzuziehen, schreibt Tim Drayson, Head of Economics bei LGIM, in einem aktuellen Marktkommentar. Anfang des Jahres sei die amerikanische Wirtschaft zwar nur schleppend gewachsen, doch nun befinde sie sich auf dem besten Weg zur Erholung, heißt es weiter.

„Ein robuster Arbeitsmarkt und steigende Konsumausgaben erhöhen die Wachstumsaussichten für 2017. Falls Trump sein Steuer- und Ausgabenprogramm umsetzt, besteht das Risiko eher darin, dass die amerikanische Wirtschaft zu schnell wächst, statt zu langsam. Sollte dies neben rascheren Zinsanhebungen geschehen, könnten die Märkte auf dem besten Wege sein, die nächste Rezession – die wir für 2019 erwarten – zum Jahresende vorwegzunehmen“, so Drayson.

„Die Unsicherheit am Aktienmarkt geht in beide Richtungen, sodass wir für 2017 mit einem Plus von 15 Prozent, einem Minus von 15 Prozent oder sogar beidem rechnen“, sagt Lars Kreckel, Global Equity Strategist bei LGIM. Das überraschende Wahlergebnis in den USA sei von den US-Aktienmärkten bisher positiv aufgenommen worden. Noch überwögen das wirtschaftsfreundliche Programm von Trump, die Aussichten auf eine Deregulierung und die Erhöhung der Ausgaben die Bedenken im Hinblick auf zunehmenden Protektionismus und eine unsichere Auslandspolitik, heißt es weiter.

„Signifikante Erhöhungen der Staatsausgaben oder Steuersenkungen könnten zu einem zweistelligen Ergebniswachstum führen und die Aktienkurse – wenn auch nur vorübergehend – deutlich nach oben drücken. Alle Handlungen Trumps, die dem Welthandel Schaden zufügen oder geopolitische Spannungen verursachen könnten, werden sich voraussichtlich negativ auf die Aktien auswirken“, so Kreckel.

„Der Konsens spricht für einen starken US-Dollar, besonders im Vergleich zu asiatischen Währungen. Dennoch sehen wir einige Rückschläge voraus. Viel wird davon abhängen, ob die Fed als Reaktion auf die Stärke des US-Dollars ihr Zinserhöhungstempo drosseln könnte“, sagt Willem Klijnstra, Währungsexperte bei LGIM. Der US-Dollar habe Ende 2016 unter Druck gestanden, da der Markt von höheren US-Zinssätzen und einer ausgabefreudigen Trump-Regierung ausgegangen sei. Die USA würden 2017 voraussichtlich das wirtschaftlich am schnellsten wachsende Industrieland sein. Mögliche Steueränderungen, die amerikanische Unternehmen dazu bewegen sollten, im Ausland erwirtschaftete Gewinne nach Hause zu bringen, erhöhten das Risiko, dass der US-Dollar weiter steige, heißt es weiter.

„Wir raten zur Vorsicht. Jegliche Maßnahmen, die das Vertrauen in das Wachstum der USA schwächen sowie fortwährende Zinserhöhungen könnten zu einem starken Nachgeben des Dollars führen“, so Klijnstra.