Was die EZB von der Geldpolitik in Japan lernen kann

Donnerstag, 08.09.2016 18:00 von

Die Strategie der EZB ist in Japan ein alter Hut: Dort versorgt die Bank of Japan die Märkte schon deutlich länger mit immer mehr Geld – in der Hoffnung, damit Wachstum und Inflation anzukurbeln. Der Erfolg bleibt aus.

Richard Koo, Volkswirt am Nomura (Nomura Aktie) Research Institute in Tokio, erlebt derzeit eine späte Genugtuung. Seit Jahren predigt der Ex-Berater der japanischen Regierung, dass eine ultralockere Geldpolitik mit Niedrigzinsen und riesigen Anleihekäufen nichts bringt. Stattdessen müssten die Staaten Geld in die Hand nehmen. 

Der Grund: „Das wirkliche Problem in der Euro-Zone, in Japan und den USA ist, dass sich der Privatsektor kein Geld leiht“, sagt er dem Handelsblatt. Die USA hätten die Krise weitaus besser gemeistert als Japan und Europa. „Dort hat sich der Staat verschuldet, um die Wirtschaft am Laufen zu halten.“

Auch in Japan, Pionier der unkonventionellen Geldpolitik, setzt sich diese Erkenntnis langsam durch. Doch das Ergebnis des Umdenkens dürfte in Deutschland genauso wenig auf Gegenliebe stoßen wie der Kauf von Staatsanleihen durch Notenbanken. Auf dem G7-Gipfel in Japan forderte Ministerpräsident Shinzo Abe von seinen Kollegen, zusätzlich zur expansiven Geldpolitik das Wachstum mit mehr staatlichen Investitionen zu beschleunigen. 

Er selbst ging mit zweifachem Beispiel voran. Obwohl Japan mit 240 Prozent des Bruttoinlandsprodukts verschuldet ist, verschob er eine für die Haushaltssanierung gedachte Mehrwertsteuererhöhung. Dann folgte ein riesiges Konjunkturprogramm, das teilweise über neue Schulden finanziert wird.

Das war das Eingeständnis, dass die geldpolitische Brechstange immer weniger wirkt. Denn es war Abe selbst, der nach seinem Amtsantritt Ende 2012 mit der Berufung von Haruhiko Kuroda zum Notenbankchef dafür sorgte, dass die Notenbank ihr ohnehin generöses Kaufprogramm von japanischen Regierungsanleihen ausweitete.

Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.