Warum immer wieder dieselben Täter zuschlagen

Montag, 26.09.2016 15:40 von

Laut Bundespolizei werden Taschendiebstähle am Bahnhof und in der Bahn häufiger. Mit welchen Maschen die Diebe vorgehen, was Bahn und Polizei dagegen tun – und warum die Zahl der Diebstähle trotzdem steigt.

Ein Moment der Unachtsamkeit und das Portemonnaie ist futsch, der Ärger groß: Ausweispapiere, Bankkarten und Führerschein müssen neu beschafft werden. Das kostet Zeit, Geld und ist vor allem eines: verdammt ärgerlich. Dieses Schicksal ereilt scheinbar immer mehr Fahrgäste der Bahn. Die Zahl der Taschendiebstähle am Bahnhof und in der Bahn nimmt zu, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) unter Berufung auf den bislang unveröffentlichten Jahresbericht der Bundespolizei.

2014 zählte die Statistik demnach 35.800 Taschen- und Gepäckdiebstähle – schon das ein Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2015 war der Anstieg gegenüber dem Vorjahr noch größer – die Delikte stiegen um 25 Prozent auf 44.800. Bei der Bahn ist man sich des Problems bewusst, eine Erklärung hat man aber nicht. „Wir können die Zunahme der Diebstähle nicht erklären, weil wir nur wenig über Täter, Täterprofile und Täterorganisation wissen“, sagt ein Sprecher der Bahn, betont aber, dass die Bahnmitarbeiter von den Erkenntnissen der Bundespolizei profitierten.

In Anbetracht der steigenden Zahlen fordert Hans-Hilmar Rischke, Sicherheitschef der Deutschen Bahn, eine konsequentere Verfolgung der Täter: „Uns machen insbesondere viele polizeibekannte Wiederholungstäter zu schaffen. Daher wünschen wir uns von der Justiz, dass Straftäter konsequenter bestraft werden und ihnen so das Handwerk gelegt wird“, sagt er. Bahnmitarbeiter und Polizisten erwischten mitunter denselben Täter mehrmals am Tag am selben Bahnhof.

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