Warum Frauen meist nicht mit Chefinnen können - und Männer schon

Montag, 31.10.2016 13:40 von

Eine neue Studie resümiert: Frauen mit einer weiblichen Vorgesetzten sind mit ihrem Job unzufriedener. Für Männer gilt das offenbar nicht.

Den Plan ambitioniert zu nennen ist noch untertrieben. Bis zum Jahr 2025 soll die Hälfte der Belegschaft des australisch-britischen Rohstoffkonzerns BHP Billiton (BHP Billiton Aktie) weiblich sein. Das verkündete der CEO Andrew Mackenzie vergangene Woche im Rahmen der Hauptversammlung. Zur Einordnung: Aktuell liegt der Frauenanteil bei etwa 17 Prozent. Das konkrete Ziel nehme das Unternehmen in die Verantwortung, sagt Mackenzie: „Es zeigt, dass wir es ernst meinen.“

Einerseits ist die Bergbauindustrie nicht gerade für übertriebene Frauenförderung bekannt, der Anteil weiblicher Führungskräfte lag im Jahr 2015 branchenweit bei zwölf Prozent. Andererseits geht BHP Billiton mit dem Zeitgeist. Nach Angaben der US-Beratung Catalyst kletterte der Anteil weiblicher Führungskräfte bei den 500 größten US-Konzernen im vergangenen Jahrzehnt von knapp 34 auf 52 Prozent.

Frauen sind auf dem Vormarsch, und das ist auch gut so. Glaubt man einer neuen Studie, birgt das jedoch neues Konfliktpotenzial.

Inzwischen ist bekannt: Das Verhältnis zwischen Vorgesetztem und Untergebenem beeinflusst Motivation, Engagement und Zufriedenheit. Wenn Angestellte ihren Chef schätzen, sinken die Zahl der Fehltage und die Fluktuation, während die Produktivität und Leistung steigen. Aber spielt dabei auch das Geschlecht des Vorgesetzten eine Rolle – und wenn ja, welche? Dieser Frage gingen nun die beiden Ökonomen Benjamin Artz und Sarinda Taengnoi von der Universität von Wisconsin nach.

Für ihre Studie, die demnächst im Fachjournal „Labour Economics“ erscheint, werteten sie zwei US-Langzeitstudien aus. Die „National Longitudinal Study of Youth“ und die „National Study of the Changing Workforce“ verfolgen seit dem Jahr 1979 beziehungsweise seit 2008 das Leben von 12.000 Amerikanern.

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