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Warum Ferrero Werbung für Palmöl macht

Donnerstag, 12.01.2017 11:40 von Handelsblatt

Viele große Lebensmittelkonzerne setzen Palmöl ein. Doch kaum ein Unternehmen verteidigt das höchst umstrittene Pflanzenöl so vehement wie Ferrero. Ein Verzicht käme den Nutella-Hersteller aus Italien teuer zu stehen.

Es steckt in Lippenstiften, Waschmitteln, Margarine, Eiscreme und Backwaren. Palmöl ist das in der Lebensmittelherstellung am meisten verwendete pflanzliche Öl (Rohöl) und in etwa jedem zweiten Supermarktprodukt enthalten. Das ist ein riesiger Markt für die entsprechende Industrie, der Umweltschützer seit Jahren vorwerfen, für Palmölplantagen in großem Stil tropische Wälder zu roden.

In Europa geriet die 44 Milliarden Dollar (Dollarkurs) schwere Branche unter Druck, nachdem die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) vor einem Krebsrisiko durch Palmöl in Lebensmitteln warnte. Nun bekommen die Anbieter aber zumindest prominente Schützenhilfe aus Italien – vom Nutella-Hersteller Ferrero.

Während andere Lebensmittelhersteller wie der Backenwarenproduzent Barilla Palmöl aus ihren Produkten verbannt haben und Italiens größte Supermarktkette Coop das Öl in ihren Eigenprodukten seit der Veröffentlichung der EFSA-Studie im vergangenen Jahr boykottiert, rührt Ferrero die Werbetrommel für Palmöl.

Ihm hat der Süßwarenhersteller aus dem Piemont die cremige, glänzende Textur seines wohl bekanntesten Produkts, der Nuss-Nugat-Creme Nutella, zu verdanken. „Wenn wir Nutella ohne Palmöl herstellen würden, würden wir einen schlechteren Ersatz für das echte Produkt produzieren, das wäre ein Schritt zurück“, sagt Ferrero-Einkaufsleiter Vincenzo Tapella der Nachrichtenagentur Reuters.

Das Unternehmen hat in Italien eine breit angelegte Werbekampagne gestartet – mit ganzseitigen Anzeigen in Zeitungen. In Fernsehspots wirbt Tapella zudem dafür, dass das von Ferrero verwendete Palmöl sicher sei, „weil es aus frisch gepressten Früchten gewonnen und bei kontrollierten Temperaturen verarbeitet wird“.

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