Warum die Tempel der Digitalisierung oft scheitern

Mittwoch, 19.10.2016 06:20 von

Wer ein klassisches Unternehmen digitalisieren will, gründet ein „Innovation Lab“. Allerdings scheitern viele dieser Testlabore, weil sie falsch konzipiert sind. Eine Anleitung zur erfolgreichen Digitalisierung.

Die beschreibbare Wandfarbe ist noch nicht ganz trocken, die Eröffnungsfeier findet trotzdem schon statt. Es gibt Fingerfood, Craft Beer und natürlich kommen viele wichtige Menschen. Die Willkommensbotschaft: „Sei die Disruption, die du in der Welt sehen willst“. Nach der Begrüßungsrede geht es wahlweise zum Kicker oder Tischtennis.

Labs, Hubs und Inkubatoren entstehen derzeit reihenweise, mittlere und große Unternehmen wollen sich mit ihnen an die Digitalisierung herantasten. Abseits der gewohnten (und als lähmend empfundenen) Strukturen und Prozesse sollen hier innovative Produkte entstehen und neue Formen der Zusammenarbeit getestet werden. Die grundsätzliche theoretische Idee ist sinnvoll, doch die Realität sieht oftmals anders aus. Vier Beobachtungen:1. Im Mittelpunkt stehen selten die Inhalte, sondern die sichtbaren Symbole der Digitalisierung. So entsteht oft eine attraktive und hochleistungsfähige Hülle, die im täglichen Tun nur wenige zu „bedienen“ beziehungsweise zu nutzen wissen. Die Potenziale vieler Labs bleiben so auf der Strecke.2. Während im Vordergrund das Neue sichtbar ist, regiert im Hintergrund das Alte. Ein Innovation Lab ist ein klares Symbol der Erneuerung. Bei genauerer Betrachtung funktionieren viele Labs jedoch nach den bekannten Mustern klassischer Organisationen: Starke Hierarchie, ein zentral Verantwortlicher und komplexe Reportinglinien in die Mutterorganisation sind nur wenige Beispiele.3. Der „Clash of Cultures“ verhindert systematische Weiterentwicklung. Innovation Labs treten mit dem Anspruch an, anders zu sein als ihre Mutterorganisationen. Es werden also bewusst Gräben gezogen: Schwerfälliger Tanker hier, Innovation Lab-Speedboot dort. Aber wie in jeder Organisation führt Lager-Trennung auch hier dazu, dass kein Austausch und kaum sinnvoller gegenseitiger Austausch stattfindet.

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