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Warten auf Italien

Dienstag, 29.11.2016 17:40 von

An den Märkten gibt es momentan kaum ein anderes Thema als das anstehende Referendum in Italien. Auch auf die Handelsblatt-Musterdepots haben die Sorgen vor einer Regierungskrise in dem Land Auswirkungen.

Umfragen deuten auf einen wahrscheinlich negativen Ausgang des Referendums in Italien am Sonntag. Hintergrund: Experten zufolge dürften die Wähler diese eigentlich innenpolitische Abstimmung für ein Misstrauensvotum gegen den europafreundlichen Kurs der aktuellen Regierung von Premierminister Matteo Renzi nutzen.

Das könnte die Europäische Union in eine neue Krise stürzen - und an den Börsen am Montag ein Beben auslösen. Mittlerweile warnt sogar die Europäische Zentralbank (EZB) vor Marktturbulenzen, sollte ein „Nein“ zum Sturz der Regierung Renzi führen. Wegen der defensiven Ausrichtung des Musterdepots sehe ich der Volksbefragung dennoch gelassen entgegen.

Unmittelbar vor dem Verfassungsreferendum wächst dagegen unter Investoren sogar die Sorge vor einem Ausscheiden des Stiefelstaates aus der Eurozone. Das geht aus einer aktuellen Erhebung der Investmentberatung Sentix hervor: Demnach werde die Austrittswahrscheinlichkeit auf mehr als 19 Prozent beziffert. Solch ein hoher Wert ist nach Auskunft von Sentix nie zuvor gemessen worden.

Alexander Kovalenko

Das bevorstehende Referendum in Italien ist diese Woche das dominierende Thema an den europäischen Börsen. Etwas in den Hintergrund ist dagegen die Problematik der faulen Kredite bei den italienischen Banken geraten, welche unseres Erachtens mehr Gefahrenpotential birgt.

Die neuesten Daten von der Europäischen Zentralbank bestätigen, wie ernst die Lage ist. Wenn man die europäischen Großinstitute betrachtet, macht der italienische Anteil fast 30 Prozent von den notleidenden Darlehen der Euro-Zone aus. In absoluten Zahlen tragen die 14 wichtigsten Banken Italiens eine Last von 271 Milliarden Euro. Mehr als 16 Prozent aller Kredite der italienischen Finanzhäuser sind ausfallgefährdet. In Deutschland liegt dieses Ratio bei etwa 2,5 Prozent.

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