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Wann kommt der Einstieg in den Ausstieg?

Dienstag, 18.10.2016 11:00 von

Ein Schreckgespenst ist zurück, und es hört auf den unscheinbar klingenden Namen „Tapering“: Investoren wollen von EZB-Chef Draghi wissen, was dran ist an den Gerüchten, dass die billionenschweren Anleihekäufe enden.

„Tapering“ wurde vor einigen Jahren das Herunterfahren der Anleihekäufe durch die US-Notenbank Fed genannt. Als im Mai 2013 der damalige Fed-Chef Ben Bernanke verkündete, die Bondkäufe auslaufen zu lassen, löste er ein mittleres Beben an den Börsen aus. Jetzt geht an den Märkten erneut die Furcht vor dem Tapering um – und zwar dieses Mal in Europa.

Wenn Mario Draghi nach der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag vor die Presse tritt, muss sich der EZB-Chef auf Fragen zu Tapering gefasst machen. Anfang des Monats hatte ein Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg die Börsen erschaudern lassen, wonach die Notenbank ein Zurückfahren ihrer Anleihekäufe erwäge. Einige Händler fühlten sich an das Jahr 2013 zurückerinnert. Eine Panik wie damals will die EZB unbedingt vermeiden.

Dazu ist erst einmal Ruhe angesagt. Die meisten Ökonomen gehen davon aus, dass die Notenbank in dieser Woche keine weitreichenden geldpolitischen Entscheidungen trifft. Sowohl über eine Verlängerung der Anleihekäufe als auch mögliche Änderungen der Kaufmodalitäten werde sie vermutlich erst im Dezember entscheiden, sagt Sylvain Broyer, Chefvolkswirt der französischen Investmentbank Natixis in Deutschland. „Interessant wird vor allem, wie sich Mario Draghi zu den Tapering-Gerüchten positioniert.“ Broyer geht davon aus, dass sich der EZB-Chef noch zurückhalten wird. „Es ist für die EZB zu früh, um offiziell über Tapering zu diskutieren.“ Zunächst werde sie abwarten, ob die Inflation weiter steigt.

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