Wal-Mart: Einkaufen, wie die Amerikaner

Mittwoch, 11.01.2017 06:21

Kommentar von Jens Gravenkötter

Liebe Leser,

auch wenn es für Sie womöglich absurd klingt, im Urlaub einkaufen zu gehen, so gehört ein Aufenthalt bei Wal-Mart für mich zu fast jedem Urlaub in den USA dazu. Insbesondere dann, wenn es darum geht, neben Nationalparks auch Land und Leute kennenzulernen, kann man in den großen Megastores von Wal-Mart einiges über die Mentalität der Menschen in den USA erfahren. Dort findet sich neben einer riesigen Auswahl an Lebensmitteln nämlich auch Kleidung und Hobby-Bedarf. Vor allem die Kombination aus modernstem Sportgerät, wie man es hierzulande in geringerer Auswahl in Sportgeschäften findet und alles für den Jäger und Schützen erstaunt den Beobachter aus „good old Germany“ doch bisweilen. Auch das Konsumverhalten vieler Amerikaner ist bemerkenswert. Für Aktionäre von Wal-Mart ist dies sogar ein gutes Anlage-Argument.

Wal-Mart macht Fortschritte

Wal-Mart Stores ist mit mehr als 11.523 Filialen das größte Einzelhandelsunternehmen der Welt. Das Erfolgskonzept des Konzerns ist eine breite Angebotspalette zu günstigen Preisen, kombiniert mit einem erstklassigen Kundenservice. Die meisten Verkaufszentren befinden sich in den USA, in der Regel außerhalb der Ballungsgebiete. Dazu gehören Supermärkte, Kaufhäuser und Club-Geschäfte (Sam’s Club).  Der Gewinn von Wal-Mart sank im 3. Quartal um 8,2% auf 3,0 Mrd $. Die Umsätze verzeichneten zwar einen Anstieg um 0,7% auf 118,2 Mrd $, blieben damit aber unter den Erwartungen des Marktes. Investitionen in den Ausbau der E-Commerce- Aktivitäten und in die vorhandenen Kaufhäuser lasteten auf der Profitabilität. Dennoch macht der Konzern, der schon länger unter der verschärften Konkurrenz durch Online-Händler wie Amazon leidet, in einigen Bereichen Fortschritte.

Wal-Mart krempelt sich um

So legten die Verkäufe im ECommerce um 21% zu. Im Vorquartal wurde lediglich ein Wert von 12% erreicht. Damit hat sich der Zukauf des Internet-Start-up Jet.com im Sommer durchaus bezahlt gemacht. Wal- Mart hatte für eine Milliardensumme seine ECommerce- Sparte verstärkt. Dies war nötig, um beim heiß umkämpften Geschäft im Internet, beispielsweise gegen Amazon, weiter Boden gutzumachen. Wal-Mart kämpft auch schon lange mit einem schlechten Image. Mitarbeiter werden schlecht bezahlt, und der Einzelhändler gilt in den USA sogar als schlechtester Arbeitgeber. Zudem machen die Geschäfte eher den Eindruck eines Ramschladens. Doch damit will der CEO aufräumen und wagt einen Strategiewechsel. Er hat das Gehalt seiner Angestellten erhöht und versucht, die Ladenpreise zu senken. Außerdem werden weitere Milliarden in den Ausbau der Online- Sparte investiert. Die Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr wurde leicht angehoben – Wal- Mart stellt jetzt einen bereinigten Gewinn zwischen 4,20 und 4,35 $ je Aktie in Aussicht. Wir erwarten eine marktkonforme Kursentwicklung. Die Aktie ist nicht uninteressant.

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