Wahlkampf der Datenmaschinen

Montag, 07.11.2016 18:20 von

Lange ignorierte Trump den Erfolg von Obamas digitalen Kampagnen. Er setzte nur auf Social Media, mit womöglich fatalen Folgen für seine Partei.

In Alexander Nix’ Bild der USA besteht Iowa aus roten und blauen Punkten. Die Roten wählen wahrscheinlich Republikaner, die Blauen die Demokraten. Der Datenstratege aus dem Wahlkampfteam von Donald Trump vergrößert den blau-roten Farbenteppich auf dem Bildschirm und klickt einzelne Punkte an, hinter denen sich Personenprofile verbergen. Zum Beispiel das einer Frau, Mitte 50. „Sie ist sehr neurotisch und gleichzeitig gewissenhaft. Solche Menschen reagieren stark auf emotionale Botschaften“, sagt Nix, dessen Software das Psychogramm errechnet hat – anhand von rund 5000 Datenspuren, die die Mutter zweier Kinder im Internet hinterlassen hat.

Nix, der Chef des Datendienstleisters Cambridge Analytica, hat die Frau noch nie getroffen, doch er kennt ihren Lebenslauf, weiß, wo sie einkauft, wer ihr wichtig ist – und wie sie am ehesten zur Trump-Wählerin wird. Wissen, das entscheiden kann, wer der nächste Präsident von Amerika wird. Nix’ Unternehmen ist so etwas wie Trumps Geheimwaffe, um die Wahl womöglich doch noch für sich zu entscheiden.

Denn gestützt auf die Datenauswertung weiß Nix nun, wie er die Frau ins Trump-Lager ziehen will: Er bucht ein Werbevideo, das sie beim nächsten Besuch auf Facebook (Facebook Aktie) oder anderen Internetseiten eingeblendet bekommen wird: ein durchgeschlagenes Fenster, schwarzer Hintergrund und den Ratschlag, Trump zu wählen. Der verteidigt das Waffenrecht und werde Amerika wieder sicher machen.

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