VW will in den USA ohne Diesel punkten

Mittwoch, 23.11.2016 13:00 von

Volkswagen will den Abgasskandal mit einem radikalen Kurswechsel überwinden: Künftig soll es für den US-Markt keine neuen Dieselfahrzeuge mehr geben. Dieser Schritt soll dem Konzern bei der Sanierung der Marke helfen.

Volkswagen plant nach dem Abgasskandal in den USA einen radikalen Neuanfang: „Wir gehen derzeit davon aus, dass wir in den USA keine neuen Dieselfahrzeuge mehr anbieten“, sagte VW-Markenchef Herbert Diess dem „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe). Grund seien die gesetzlichen Rahmenbedingungen. In den USA sind die Grenzwerte bei den durch „Dieselgate“ auch hierzulande stärker ins Bewusstsein gerückten Stickoxiden schärfer als in Europa. VW hatte diese Hürde zu umgehen versucht und musste vor gut einem Jahr auf Druck der US-Umweltbehörden zugeben, die Abgaswerte mit einer speziellen Software manipuliert zu haben.

Die Entschädigung der Kunden und Händler sowie Wiedergutmachungen für die Umweltbelastung kosten die Wolfsburger in den USA bis zu 16,2 Milliarden Dollar (Dollarkurs). Weitere Kosten dürften durch eine Geldbuße auf den Konzern zukommen, über die Volkswagen (VW Aktie) derzeit mit dem US-Justizministerium verhandelt.

Der Skandal hat dem Ruf des deutschen Autobauers in Amerika massiv geschadet, die Verkaufszahlen sind seither auf Talfahrt. Dazu trug auch bei, dass VW den Verkauf von Dieselautos, die zeitweise ein Viertel zum US-Absatz beitrugen, im vergangenen Herbst einstellen musste. Um auf dem nach China zweitgrößten Pkw-Markt nicht vollends ins Abseits zu geraten, macht VW nun reinen Tisch und nimmt Dieselmotoren offenbar ganz aus dem Programm. Unter dem früheren Konzernchef Martin Winterkorn hatte Volkswagen versucht, in den USA mit dem Selbstzünder aus der Nische herauszukommen und sich hohe Zuwächse versprochen. Da die Umweltvorgaben jedoch nicht eingehalten wurden, verfiel man auf den Trick mit der Motorsteuerung. An der Aufklärung der Hintergründe und Verantwortlichen arbeitet seit circa einem Jahr eine von Volkswagen beauftragte US-Anwaltskanzlei.

Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.