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10.12.17
ROUNDUP 4/VW-​Konzernchef: Steuervorteile für Dieselkraftstoff «hinterfragen»

VW steht vor Vier-Milliarden-Strafe in USA

Dienstag, 10.01.2017 18:20 von WirtschaftsWoche

Insidern zufolge soll VW am Mittwoch eine rund vier Milliarden Euro teure Einigung mit dem US-Justizministerium besiegeln. Der angeklagte VW-Manager in den USA bleibt derweil in Haft.

VW steht Insidern zufolge im Diesel-Abgasskandal eine rund vier Milliarden Dollar (Dollarkurs) teure Einigung mit dem US-Justizministerium bevor. Der Aufsichtsrat des Konzerns solle am Mittwoch in Wolfsburg tagen, um der mit den Amerikanern ausgehandelten Strafzahlung zuzustimmen, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. "Der Aufsichtsrat soll zustimmen, wenn es zu der Vereinbarung kommt", sagte einer der Insider. Mit der Milliardenstrafe muss der Konzern dafür büßen, dass er mit der Manipulation von rund einer halben Million Dieselautos die Behörden in den USA getäuscht und gegen das Luftreinhaltegesetz verstoßen hat. Volkswagen (VW Aktie) wollte dazu keinen Kommentar abgeben.

Das US-Justizministerium hatte den Wolfsburger Konzern vor fast genau einem Jahr verklagt. Volkswagen hatte im September 2015 die Manipulation von elf Millionen Autos weltweit zugegeben. Eine Software sorgt dafür, dass Grenzwerte für gesundheitsschädliches Stickoxid nur auf dem Prüfstand eingehalten werden. Im normalen Straßenverkehr liegen sie um ein Vielfaches höher. In dem Vergleich müsse sich Volkswagen zu Reformen bereit erklären und einer unabhängigen Aufsicht unterwerfen, sagten die Insider. Auch soll die Vereinbarung ein Schuldeingeständnis des Unternehmens enthalten.

Nach den beiden Einigungen mit Schadensersatzklägern in Kalifornien ist die Vereinbarung mit der US-Regierung der dritte große Schritt zur Aufarbeitung von "Dieselgate". Geschädigten Autokäufern, Händlern und US-Bundesstaaten muss VW mehr als 16 Milliarden Euro Entschädigung zahlen und die Autos zurückkaufen. Der Konzern hat dafür schon gut 18 Milliarden Euro zurückgelegt. In Europa wird der Verstoß durch Rückrufaktionen behoben, eine finanzielle Entschädigung verweigert der Autobauer. In Deutschland sind unterdessen viele Schadensersatzklagen von VW-Kunden beim Landgericht Braunschweig anhängig.

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