VW: Ex-Manager droht lebenslange Haft – Kaution wegen Fluchtgefahr abgelehnt

Freitag, 13.01.2017 12:17 von Björn Selck

Die US-Justiz geht gegen VW-Manager vor.
Die US-Justiz geht gegen VW-Manager vor. - © istockphoto.com / tstajduhar
Nach Angaben der US-Justiz droht dem im Zuge des Abgas-Skandals festgenommen Ex-VW-Manager eine Haftstrafe von 169 Jahren. Eine Freilassung gegen Kaution wurde wegen Fluchtgefahr abgelehnt.

Wie das amerikanische Justizministerium laut dpa-Informationen am Donnerstag bekannt gab, könnte dem in den USA inhaftierten ehemaligen VW-Manager eine Haftstrafe von 169 Jahren drohen. Ein Sprecher des Ministeriums erklärte, dass der Beschuldigte sich „mit lebenslangem Gefängnis konfrontiert“ sehe. Der Manager war am Samstag in Florida festgenommen worden. Neben ihm wurden noch fünf weitere Manager des Konzerns von der US-Justiz angeklagt. Die anderen Beschuldigten befinden sich laut Medienberichten in Deutschland, wo ihnen voraussichtlich keine Auslieferung in die Vereinigten Staaten droht.

US-Justiz: Keine Freilassung gegen Kaution

Da die US-Behörden bei dem jetzt inhaftierten Manager befürchten, dass dieser sich ebenfalls nach Deutschland absetzen könnte, wurde seine Freilassung gegen Zahlung einer Kaution abgelehnt. Seine Anwälte erklärten, juristisch gegen diese Entscheidung vorgehen zu wollen.

Den sechs Beschuldigten werden laut Informationen der „Bild“-Zeitung diverse Vergehen vorgeworfen, darunter Betrug, Verstöße gegen Umweltgesetze und die Vertuschung von Abgas-Manipulationen; zu diesem Zweck sollen die angeklagten Manager Falschaussagen getätigt und Beweismittel vernichtet haben. Die US-Justizministerin Loretta Lynch schloss in einer Pressekonferenz am Mittwoch nicht aus, dass noch gegen weitere, auch hochrangige VW-Führungskräfte Anklage erhoben werden könnte: Die Ermittlungen seien „noch nicht abgeschlossen“, hatte Lynch gegenüber Pressevertretern erklärt.

Aktie seit Dezember auf Erholungskurs

Volkswagen hatte am Mittwoch in die Zahlung einer Strafe von 4,3 Milliarden US-Dollar eingewilligt. Insgesamt könnte der Abgas-Skandal den Wolfsburger Konzern in den USA Medien zufolge rund 22 Milliarden Dollar kosten. Die von der Dieselgate-Affäre gebeutelte Volkswagen-Aktie konnte sich zuletzt deutlich von ihrem Dezember-Tief unterhalb der 120-Euro-Marke erholen und notiert zur Stunde bei 148,25 Euro – in dieser Woche hatte der mit den US-Behörden geschlossene Vergleich den Kurs der Papiere beflügelt.