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„Vorstände leben gefährlich“

Freitag, 17.02.2017 12:55 von

Zehn Jahre nach der Finanzkrise langen Vorstände bei den eigenen Gehältern wieder kräftig hin. Vergütungsprofi Michael Kramarsch über die Kritik an hohen Vorstandsgehältern und die Verantwortung der Aufsichtsräte.

WirtschaftsWoche Online: Herr Kramarsch, Sie haben die Dax-Vorstandsvergütungen der vergangenen zehn Jahre verglichen und analysiert, dass nur zwei Top-Manager besonders hervorstechen. Die öffentliche Wahrnehmung ist anders. Wie erklären Sie sich das?Michael Kramarsch: Vor dem Jahre 2006 gab es die individuelle Veröffentlichungspflicht noch nicht, unsere Langzeitanalyse ab diesem Zeitpunkt bis heute zeigt, dass nur zwei Dax-Vorstandsvorsitzende dafür sorgen, dass in der Öffentlichkeit der Eindruck entsteht, alle 30 verdienen ebenso viel und zwar jedes Jahr. Aber nur Josef Ackermann bei der Deutschen Bank zwei Mal und Martin Winterkorn bei VW fünf Mal haben die Zehn-Millionen-Euro-Schallmauer durchbrochen.

Sind deutsche Manager also keine Abzocker, wie die politische Diskussion suggeriert?Man arbeitet sich an den wenigen Einzelfällen ab und nimmt das ganze System in Sippenhaft. Es ist schlicht eine Fehlwahrnehmung. Auf niedrigere Summen wird eben nicht dauernd in den Schlagzeilen referiert. Dabei liegen mehr als zwei Drittel der Vorstandsvergütungen unter dem Wert von sechs Millionen Euro.

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