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Von peinlichen Details und einem klaren Sieg

Freitag, 14.10.2016 17:40 von

Die US-Investmentbank Goldman Sachs (Goldman Sachs Aktie) hat eine milliardenschwere Klage Libyens aus den Zeiten der Finanzkrise abgewehrt. Die Bank soll ihre Position als vertrauenswürdiger Berater ausgenutzt haben.

Ein Londoner Gericht hat in einem milliardenschweren Rechtsstreit zu Gunsten von Goldman Sachs entschieden. Die US-amerikanische Investmentbank habe Mitarbeiter des libyschen Staatsfonds (LIA) nicht in unzulässiger Art und Weise übermäßig riskante und unpassende Finanzprodukte verkauft, die zu Verlusten führten, urteilte Vivien Rose, Richterin am Londoner High Court, der in England gewichtige Rechtsfälle in erster Instanz verhandelt.

Rose hat daher am Freitag Schadenersatzforderungen des Fonds in Höhe von mehr als einer Milliarde Dollar (Dollarkurs) abgelehnt. Es gebe zudem keine Beweise, dass Goldman bei den umstrittenen Deals, überzogene Gewinne eingefahren habe, so die Richterin.

Der libysche Staatsfonds, 2006 gegründet, um die hohen Öleinnahmen des libyschen Staates zu managen, hatte der Bank vorgeworfen, Mitarbeiter in die Irre geführt und ihre Unerfahrenheit und Arglosigkeit ausgenutzt zu haben, um ihnen komplizierte Derivate-Geschäfte aufzuschwatzen. Um sich mit dem Fonds gutzustellen, soll Goldman Sachs  Entscheidungsträger und ihre Angehörige unter anderem zu teuren Reisen eingeladen und Prostituierte angeheuert zu haben.

Die Bank hat alle Vorwürfe zurückgewiesen. Und Richterin Rose betonte in ihrem Urteil: Die Beziehung zwischen Goldman und dem LIA sei nicht über das hinausgegangen, was zwischen einer Bank und ihren Kunden normalerweise üblich sei. Entscheidende Fondsmitarbeiter hätten zudem die Derivategeschäfte diskutiert. Dass sie sich nicht so entwickelt hätten wie erhofft, sei nicht die Schuld von Goldman Sachs.

Noch ist unklar, ob der libysche Staatsfonds das Urteil anfechten wird. In einer offiziellen Stellungnahme hießt es: Man prüfe alle Optionen. Ein Insider sagte der Nachrichtenagentur Reuters: „Es würde mich sehr überraschen, wenn sie nicht in Berufung gehen würden.“

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