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Von Kunden zu Geprügelten

Sonntag, 16.10.2016 15:00 von

Russische Kreditnehmer protestieren in einer Moskauer Raiffeisenbank. Wie viele Russen können sie ihre Dollar-Kredite wegen des schwachen Rubel-Kurses nicht mehr zahlen. Es droht der Existenzverlust. Ein Ortsbesuch.

Aleksander Aleksandrow ist ein Mann mit einer Mission. Und auf die hat er sich vorbereitet. Er trägt einen lila Rucksack auf dem Rücken. Isomatte, Schlafsack, Proviant – was er braucht, hat er dabei. „Seit Neustem führe ich ein Vagabundenleben“, erklärt er. Doch das führt ihn nicht etwa in die Weiten der Tundra sondern geradewegs in die Raiffeisen Bank-Filiale am Smolenskaja-Sennaja-Platz im Zentrum von Moskau. Kunden beäugen ihn misstrauisch, als er auf die beige Ledercouch vor der Bedienungstheke zusteuert. Mitarbeiter schauen genervt – noch so ein Querulant.

Seit Montag protestieren Kreditnehmer der Raiffeisen Bank – die russische Tochter der Raiffeisen Zentralbank Österreich (RBZ) – in der Smolenskaja-Sennaja-Filiale. Aleksandrow ist einer von ursprünglich knapp 20 Menschen, die in den Hallen der Bank kampierten. In der Empfangshalle warten sie darauf, dass sich die Leitung der Bank mit ihnen spricht.

Sie dringen auf Erleichterungen ihrer Fremdwährungskredite, die sie vor Jahren aufnahmen und heute aufgrund des schwachen Rubel-Kurses kaum mehr abzahlen können. Beliebt waren die Finanzinstrumente wegen der niedrigeren Zinsen als für Rubel-Kredite. Doch das war, bevor Russland die Krim annektierte, bevor der Westen Wirtschaftssanktionen verhängte, bevor der Rubel-Kurs abstürzte. Damals schien vielen das Währungsrisiko gering: Rund 23 Rubel kostete ein Dollar (Dollarkurs) Mitte 2008. Heute sind es knapp 62 Rubel pro Dollar.

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