Vom zerstrittenen Familienunternehmen zum Global Player

Dienstag, 15.11.2016 17:00 von

Unter der Führung der Familie wurde Birkenstock zu einem zerstrittenen Mittelständler. Seit drei Jahren sind externe Manager am Ruder – seitdem entwickelt sich das Unternehmen wie entfesselt.

St. Katharinen im Westerwald, ein Industriegebiet auf den Höhen weit oberhalb des Rheintals: Schauplatz eines Dramas, das Birkenstock-Mitarbeiter und auch viele Fans der Marke entsetzte. Gnadenlos bekämpfte Karl Birkenstock gemeinsam mit seinen Söhnen Alex, Christian und Stephan die gerade gewählten Betriebsräte der damals wichtigsten Produktionsstätte.

„Idioten“ schmäht der Seniorchef die Arbeitnehmervertreter und kassierte dafür einen Strafbefehl über 15.000 Mark. In seiner Wut macht der Patriarch den Betrieb in der rheinland-pfälzischen Provinz kurzerhand dicht. Bis zur Schließung nannte er die Firma DeP, was im Unternehmen nicht zufällig „Depp“ ausgesprochen wurde. Der ungeheizte Betrieb, in dem es für die Leute fortan keine sinnvolle Arbeit mehr gibt, hieß die „Deppenhalle“.

Vier Jahre dauerte der Vernichtungskampf, dann gehen die letzten 87 Mitarbeiter, die unter anderem Sonnenschutz vor den Fabrikfenstern und gleichen Lohn für Frauen gefordert hatten. Birkenstock lässt sich die Schlammschlacht 1,8 Millionen Mark an Abfindungen und einen nicht bezifferbaren Rufschaden kosten.

20 Jahre ist das jetzt her – Schattenseiten eines Familienunternehmens mit Kultmarke. Erst seit drei Jahren aber sind bei Birkenstock nun familienfremde Manager am Ruder – und die bringen das Geschäft noch mal kräftig nach vorn. 25 Millionen Paar Schuhe wollen sie nächstes Jahr verkaufen, mehr als doppelt so viel wie 2013. Einen Betriebsrat gibt es inzwischen auch. Betriebsratschefin Michaela Falk-Wagner in St. Katharinen sagt: „Birkenstock hat sich deutlich geändert.“ Der Weg von der „Deppenhalle“ bis zu den heutigen Erfolgen war lang, seine Stationen bieten lebendiges Anschauungsmaterial für manches Familienunternehmen.

Explosive Charaktere

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