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Volkswagen muss Winterkorn ans Geld gehen

Mittwoch, 11.01.2017 20:00 von WirtschaftsWoche

Die Einigung mit dem US-Justizministerium ist das Eingeständnis krimineller Handlungen. Damit ist klar: Das Kontrollsystem des Ex-VW-Chefs Winterkorn hat versagt. Dafür sollte der Manager zahlen – auf Klage des Konzerns.

Bußgeld- und Strafzahlungen in Höhe von 4,3 Milliarden Dollar (Dollarkurs), verstärkte Kontrollsysteme und einen externen Aufseher für die kommenden drei Jahre: Der Vergleich mit dem US-Justizministerium ist für Volkswagen (VW Aktie) teuer und schmerzhaft, aber verkraftbar. Und es ist ein wichtiger Schritt, da der Vergleich die strafrechtliche Aufarbeitung in den USA beendet.

VW hat den Betrug an Behörden und Kunden über die Emissionen von knapp einer halben Million Dieselfahrzeugen von Mai 2006 bis November 2015 eingeräumt. Das Unternehmen bekenne sich der Verschwörung und der Behinderung der US-Justiz schuldig, erklärte es am Mittwochabend.

Sprich: VW gibt endlich ein kriminelles Verhalten zu. Bislang hat der Konzern immer nur Fehler eingeräumt, sich aber vehement gegen die Bezeichnung „kriminell“ zur Wehr gesetzt.

Der Verstoß gegen das US-Luftreinhaltegesetz ist unbestreitbar. Und wer gegen Gesetze verstößt, der ist ein Verbrecher. So viel zu der passenden Vokabel. Wie die US-Gerichte beim Vorwurf des vorsätzlichen Betrugs geurteilt hätten, wollten die Konzernoberen beim besten Willen nicht erfahren – der 4,3-Milliarden-Dollar-Deal ist die eindeutig bessere Lösung.

In Wolfsburg passiert nichts

Mit dem öffentlichen Schuldeingeständnis gibt es nur eine logische Schlussfolgerung: Wenn sich ein Unternehmen in einem solchen Ausmaß kriminell verhält, dass sich alleine in den USA Strafen und Bußgelder auf über 20 Milliarden Dollar summieren, hat der Vorstand versagt.

Doch was passiert in Wolfsburg? Nichts. Der Konzern hält weiter an seiner Version fest, einige wenige Techniker hätten alles ausgeheckt, der Vorstand – allen voran der Vorsitzende Martin Winterkorn – hätten von den Vorgängen nichts gewusst.

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