Verträge für Sportexperten bei der ARD nicht mehr über Tochterfirmen

Donnerstag, 15.09.2016 17:36 von

BERLIN (dpa-AFX) - Bei der ARD sollen Verträge für Sportexperten künftig mit der zuständigen Landesrundfunkanstalt abgeschlossen werden, nicht mehr mit ARD-Tochterfirmen. Das kündigte die ARD-Vorsitzende Karola Wille in einem Interview mit der in Berlin erscheinenden "tageszeitung" (Freitag) an. Wenn die jeweilige Landesrundfunkanstalt, die für die Sportart oder das Sportereignis zuständig ist, eingeschaltet sei, würden auch deren Rundfunk- beziehungsweise Verwaltungsräte informiert und müssten gegebenenfalls mitentscheiden, sagte Wille.

Während der Fußball-Europameisterschaft im Sommer hatte es eine Debatte darüber gegeben, wie viel Honorar Sportexperten wie Mehmet Scholl bei der ARD oder Oliver Kahn beim ZDF bekommen. Die ARD hat inzwischen den Verfassungsrechtler Paul Kirchhof beauftragt, einzuschätzen, wie viel Transparenz die ARD in solchen Fragen brauche. "Er untersucht zum Beispiel, ob wir tatsächlich aus verfassungsrechtlichen Gründen alle Verträge offenlegen müssen, auch die von Sportexperten", sagte Wille der "tageszeitung".

Vorerst solle die Höhe der Honorare noch nicht öffentlich gemacht werden. "Die Gremien als Vertreter der Gesellschaft bekommen die Informationen", sagte Wille "alles weitere untersucht gerade Herr Kirchhof."/ah/DP/fbr