„Verdächtigung hat mich persönlich sehr getroffen“

Donnerstag, 16.02.2017 11:24 von Handelsblatt

Kengeter ist sich sicher, dass sich die Insiderhandel-Vorwürfe gegen ihn als unbegründet erweisen werden. Und liefert eine Erklärung für den groß angelegten Kauf der Aktien der Deutschen Börse.

Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter hält die Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft gegen sich wegen des Verdachts auf Insiderhandels für haltlos. „Ich bin sicher, dass sich die Vorwürfe nach eingehender Prüfung als unbegründet erweisen werden“, sagte Kengeter am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens laut Redetext. „Die Verdächtigung des Insiderhandels hat mich persönlich sehr getroffen. Insiderhandel widerspricht allem, wofür ich stehe.“

Kengeter hatte im Dezember 2015, gut zwei Monate vor Bekanntwerden der Fusionsgespräche mit der London Stock Exchange (LSE), in großem Stil Aktien der Deutschen Börse gekauft. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der ehemalige Investmentbanker damals bereits über den LSE-Deal verhandelte, und durchsuchte deshalb Anfang Februar sein Büro in Eschborn sowie seine Privatwohnung in Frankfurt. Nach der Bekanntgabe der LSE-Fusionsgespräche im Februar 2016 waren die Aktien beider Konzerne deutlich gestiegen. Der Aufsichtsrat der Deutschen Börse hat die Vorwürfe gegen den 49-Jährigen bereits zurückgewiesen und sich hinter den Vorstandschef gestellt. Über die LSE-Fusion sei erst ab der zweiten Januarhälfte 2016 verhandelt worden.

Kengeter hat die Aktien im Rahmen eines neuen Vergütungsprogramms gekauft und dafür Anspruch auf zusätzliche virtuelle Aktien erhalten, deren Wert von der Entwicklung des Unternehmens abhängt. „Ich habe den Aktienkauf mit meinem eigenen Geld nicht zu einem selbstgewählten Zeitpunkt getätigt, sondern in einem mir vorgegebenen Zeitraum zwischen dem 1. und 21. Dezember 2015, den der Aufsichtsrat für die Teilnahme an dem Vergütungsprogramm festgelegt hatte“, sagte Kengeter. „Die gekauften Anteile haben zudem eine Haltefrist bis 2019.“

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