Verbraucherschützer: Wahl bei Kartenzahlung bringt Kunden noch nichts

Donnerstag, 22.09.2016 05:21 von

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die seit Mitte Juni vorgeschriebene Wahlfreiheit bei der Kartenzahlung setzt sich in Deutschland nur schleppend durch. Die Umrüstung von knapp 800 000 Bezahlterminals im Einzelhandel dürfte nach Einschätzung des Handelsverbandes Deutschland (HDE) bis weit ins Jahr 2017 dauern.

Eine seit 9. Juni geltende EU-Verordnung schreibt vor, dass Kunden beim Einsatz ihrer Girocard (EC-Karte) nun wählen dürfen, über welchen Weg bezahlt wird: Klassisch über das Girokonto oder über das System Maestro (Mastercard) oder V Pay (Visa). An Esso-Tankstellen müssen sich Verbraucher bereits entscheiden.

Verbraucherschützer sehen derzeit keine Vorteile für Kunden in Deutschland: "Dem Verbraucher bringt das erst einmal gar nichts", sagte Markus Feck, Leiter der Gruppe Finanzen und Versicherungen bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Denn die Gebühren für den jeweiligen Dienst zahlt der Händler. Wegen vergleichsweise geringer Gebühren gaben die meisten Unternehmen in Deutschland bislang automatisch Girocard den Vorzug, dem Angebot der heimischen Banken und Sparkassen.

Brüssel möchte aber den Wettbewerb ankurbeln. "Ob dadurch irgendwann mal die Kosten für die beteiligten Unternehmen sinken und das irgendwann an die Verbraucher weitergegeben wird, ist die große Frage. Ich bezweifle es", sagte Verbraucherschützer Feck./ben/DP/zb