Verbraucherschützer mahnen Postbank ab

Freitag, 09.09.2016 16:40 von

Die Postbank kann ihre geplanten Kontoführungsgebühren möglicherweise nicht bei allen Kunden durchsetzen. Die Verbraucherzentrale droht mit einer Klage und bietet bereits Musterbriefe für den Widerspruch an.

Die Verbraucherzentrale Hamburg mahnte die Deutsche-Bank-Tochter ab, weil diese Tausenden Kunden ein dauerhaft kostenloses Girokonto zugesagt hatte, wie die Verbraucherschützer am Freitag mitteilten. In zahlreichen Verträgen, die die Postbank bei Kundengewinnungsaktionen geschlossen habe, sei davon die Rede, dass diese „dauerhaft und bedingungslos kein Entgelt“ zahlen müssten, erklärte Verbraucherschützerin Julia Rehberg. Trotzdem sollen sie von November an eine monatliche Kontoführungsgebühr von 3,90 Euro zahlen, wenn auf dem Girokonto weniger als 3000 Euro im Monat eingehen.

Die Verbraucherzentrale gab der Postbank bis 20. September Zeit, auf die Abmahnung zu reagieren und auf die Gebühren zu verzichten. Sonst drohe ihr eine Klage. Ein Postbank-Sprecher sagte, das Institut werde den Vorgang innerhalb der Frist prüfen. Von den Zusagen seien „kleinere Stückzahlen“ betroffen.

In einem Fall hatte die Postbank bereits eingelenkt: In einer Aktion mit dem Kaffeeröster Tchibo hatte sie 2008 mit der Zusage geworben: „Girokonto und Kreditkarte kostenlos: Für alle Zeiten – versprochen“. Die damit gewonnenen Kunden - laut Postbank eine kleine fünfstellige Zahl - könnten der Entgelt-Änderung widersprechen, sagte ein Sprecher.

Die Verbraucherschützer kritisierten auch das Vorgehen der Bank: Das Institut habe seinen Kunden erklärt, die Kontogebühr gelte als akzeptiert, wenn sie keinen Widerspruch einlegten. „Die Einführung eines Kontoführungsentgelts ist auf diese Art und Weise gar nicht möglich“, erklärte Rehberg. Die Verbraucherzentrale bietet einen Musterbrief, mit dem Postbank Kunden der Kontogebühr widersprechen können, an - für 90 Cent.

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