Verbraucherschützer: EU-Roaming-Entwurf geht nicht weit genug

Dienstag, 06.09.2016 13:21 von

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Der europäische Verbraucherschutzverband Beuc hat die Brüsseler Pläne kritisiert, die Roaming-Gebühren im EU-Ausland für mindestens 90 Tage pro Jahr statt unbegrenzt wegfallen zu lassen. "Diese weitreichenden Einschränkungen bedeuten, dass das lange versprochene Ende des Roamings für die meisten europäischen Verbraucher keine Realität wird", sagte Beuc-Experte Guillermo Beltrà am Dienstag in Brüssel.

Nach einem Entwurf der EU-Kommission sollen Handynutzer im EU-Ausland ab Juni 2017 unter anderem 90 Tage pro Jahr ohne Zusatzkosten telefonieren und im Internet surfen können - danach sollen Telekom-Anbieter Aufschläge berechnen können. Die 90 Tage sind eine Mindestvorgabe - theoretisch können die Unternehmen auch einen längeren Zeitraum ohne Roaming-Gebühren anbieten.

Die EU-Staaten und das Europaparlament hatten im vergangenen Jahr ein weitgehendes Ende der Roaminggebühren beschlossen, die EU-Kommission aber beauftragt, Details auszuarbeiten./kaz/DP/jha