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USA verbieten Samsungs Note 7 in Flugzeugen - Air Berlin reagiert

Sonntag, 16.10.2016 14:24 von

WASHINGTON/BERLIN (dpa-AFX) - Samsungs Pannen-Smartphone Galaxy Note 7 ist von den US-Behörden aus Sicherheitsgründen komplett aus Flugzeugen in den Vereinigten Staaten verbannt worden. Es werde generell untersagt, Geräte dieses Typs sowohl bei Inlandsflügen als auch bei Reisen in die und aus den USA in die Maschinen mitzunehmen, teilte das Verkehrsministerium in Washington am Freitag mit. Das Telefon werde als "verbotenes gefährliches Material" betrachtet.

Mehrere Fluggesellschaften in Europa, aber auch in Australien und Neuseeland reagierten prompt auf das US-Vorgehen. Air Berlin (Air Berlin Aktie), die italienische Fluglinie Alitalia oder die australische Qantas verboten die Mitnahme des gefährlichen Smartphones auch auf ihren Flügen. Das Verbot gelte ab sofort, sagte eine Air-Berlin-Sprecherin am Samstag auf Anfrage. Ein Sprecher der Lufthansa (Lufthansa Aktie) teilte mit, das Unternehmen fordere seine Passagiere auf, die Geräte nicht auf US-Flüge mitzunehmen.

Die Gepäckkontrollen an deutschen Flughäfen werden aber nicht verschärft. "Das wird nicht von der Bundespolizei kontrolliert", sagte ein Sprecher der Bundespolizei, die für die Kontrollen zuständig ist. Verwiesen wurde von einem weiteren Sprecher auch auf die geringe Anzahl der Geräte.

Die hierzulande zuständigen Behörden, die European Aviation Safety Agency (EASA) oder das Luftfahrt-Bundesamt, waren am Wochenende nicht zu erreichen. Allerdings wurden etwa in Deutschland bislang nur einige hundert Exemplare des Geräts verkauft, zudem läuft bereits eine Rückrufaktion.

Das Bundesverkehrsministerium verwies auf die Empfehlungen der EASA zum Umgang mit den Galaxy Note 7. Demnach sollten die Geräte während des Fluges ausgeschaltet sein, nicht geladen werden und sich nicht im aufgegebenen Gepäck befinden. Die Smartphones des Modells dürfen auch nicht als Luftfracht verschickt werden.

Das Modell Note 7 hatte zuletzt immer wieder angefangen zu brennen. Aus Sicht der US-Behörde stellen die Samsung-Geräte deshalb ein Sicherheitsrisiko dar.

Bei Missachtung des Verbots wird es unangenehm. Sollten Passagiere versuchen, mit einem Galaxy Note 7 in den USA zu fliegen, kann das Gerät beschlagnahmt und der Besitzer bestraft werden. Wer es im aufgegebenen Gepäck transportiert, kann auch strafrechtlich verfolgt werden. Sieht ein Airline-Mitarbeiter jemanden mit einem Note 7 vor dem Boarding, muss diesem Passagier der Zugang zum Flugzeug verweigert werden, bis er das Telefon abgibt.

Samsung hatte das Smartphone am Dienstag wegen Feuergefahr endgültig vom Markt genommen. Bereits im September war nach ersten Batterie-Bränden eine weltweite Umtauschaktion eingeleitet worden. Zuletzt gerieten jedoch auch mehrere Ersatzgeräte in Brand. Eins davon entzündete sich vergangene Woche in einem Flugzeug in den USA. Die noch am Gate stehende Maschine wurde geräumt.

Bereits seit über einem Monat durfte man in Flugzeugen keine Note-7-Smartphones benutzen, aufladen oder im Gepäck aufgeben. Es war aber erlaubt, sie in ausgeschaltetem Zustand in der Kabine zu haben.

Das Komplettverbot werde einigen Passagieren Unannehmlichkeiten bereiten, erklärte US-Verkehrsminister Anthony Foxx. "Aber die Sicherheit aller an Bord eines Flugzeugs muss Priorität haben."/so/hgo/DP/he