US-WAHL: US-Handelskammer warnt vor Folgen für deutsche Exporte

Mittwoch, 09.11.2016 10:16 von

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die amerikanische Handelskammer in Deutschland (AmCham) befürchtet im Fall einer wirtschaftlichen Abschottung unter dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump Folgen für den gemeinsamen Handel. "Die USA sind der größte Abnehmer deutscher Exporte, eine Politik des Protektionismus wäre für die deutsch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen nicht hilfreich", sagte AmCham-Präsident Bernhard Mattes am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Es bleibe indes abzuwarten, wie Trump im Amt handle.

Der Republikaner hatte sich im Wahlkampf gegen Freihandel ausgesprochen und angekündigt, die US-Wirtschaft besser zu schützen, etwa mit höheren Zöllen. Trump gilt für Investoren daher als Unsicherheitsfaktor.

Deutsche Firmen könnten jetzt Investitionen in den USA überdenken, glaubt Mattes. "Manche deutsche Unternehmen werden sich nun sicher Gedanken machen, welche Politik Trump verfolgt". Eine grundsätzliche Abkehr von Investitionen in den USA sei aber nicht zu erwarten.

Die Chancen für das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA sieht Mattes schwinden. Seine klare Haltung gegen Freihandel werde Trump wohl nicht grundlegend ändern. Auch eine Einigung über TTIP noch bis Januar 2017 unter der Amtszeit von Barack Obama sei unwahrscheinlich, so der AmCham-Präsident. "Man wird die Meinung des amerikanischen Volkes mit diesem Wahlergebnis nicht übergehen, indem man Fakten schafft."/als/DP/stb