US-Wahl: Trump als Chance für den Gesundheitssektor

Mittwoch, 30.11.2016 10:38 von

Regensburg (GodmodeTrader.de) - Donald Trump hat überraschend die US-Wahl gewonnen. Eines seiner zentralen Wahlversprechen war es, die umstrittene Gesundheitsreform seines Vorgängers, Obamacare, umgehend wieder rückgängig zu machen. Damit könnten dem Gesundheitssektor sichere Einnahmen wegbrechen. Mittelfristig sollte Präsident Trump sogar vorteilhaft für den Gesundheitsbereich sein. Zumal die Bewertungen nach leichten Verlusten im Wahlkampfgetöse derzeit günstig sind und Trump bereits seine radikalsten Aussagen aus dem Wahlkampf relativiert hat, wie Ingo Grabowsky, Vertriebsdirektor der Lacuna AG, in einem aktuellen Marktkommentar schreibt.

Das von vielen Kommentatoren vorausgesagte Börsenchaos nach der Wahl von Donald Trump zum nächsten US-Präsidenten sei ausgeblieben. Ganz im Gegenteil, der Dow Jones sei derzeit auf Rekordkurs. Die US-Märkte schienen sich nach dem chaotischen Wahlkampf wieder stabilisiert zu haben. Auch Trump selbst gebe sich moderater, präsidialer. So ließen sich auch seine neuesten Aussagen zu Obamas Gesundheitsreform erklären, welche im Wahlkampf noch ein rotes Tuch für ihn und die Republikaner gewesen sei. „Dieses politische Säbelrasseln hat die Kurse vieler Gesundheitstitel gedrückt, wodurch sich jetzt gute Einstiegsmöglichkeiten in den US-Markt bieten“, erklärt Grabowsky. Gerade weil Trump nun Obamacare lediglich „nachbessern“ wolle.

„Die Gesundheitsreform von Obama ist in ihrer jetzigen Form langfristig nicht finanzierbar. Insbesondere die gesellschaftliche Mitte wurde dadurch zu stark belastet“, kommentiert Michael Mullen, US-Berater des Bellevue Asset Management-Teams. „Die Republikaner haben jetzt durch ihre stabile politische Mehrheit im US-Senat, Repräsentantenhaus und als Partei des Präsidenten einen großen Handlungsspielraum. Diesen werden sie zu sinnvollen Reformen nutzen, die langfristig den Versicherten und der Wirtschaft zugutekommen“, gibt sich Mullen optimistisch. Die politische Macht in den USA liege nun für mindestens zwei Jahre komplett bei den Republikanern. Diese könnten damit für klare Verhältnisse sorgen, was eine der größten Sorgen von Investoren, die politische Unsicherheit, sogar reduzieren könnte, heißt es weiter.

Obamacare habe rund 15 Millionen Amerikaner neu versichert. Allerdings hätten sich auch zehn Millionen Amerikaner für einen „Opt-out“ aus dem System entschieden, was zu Verwerfungen in der finanziellen Kalkulation geführt habe. Die Fördermittel auf Bundesebene könnten langfristig kaum aufrechterhalten werden, die Kosten würden von 43 Milliarden US-Dollar im Jahr 2016 auf geschätzte 106 Milliarden 2026 explodieren. Dennoch sei eine komplette Abschaffung der Gesundheitsreform auch jetzt unwahrscheinlich, heißt es weiter.

„Entscheidend ist vor allem die demographische Entwicklung der USA. Auch dort altert die Gesellschaft, was eine Weiterentwicklung des Gesundheitssystems unausweichlich macht. Die Kosten müssen reguliert, aber auch neue Technologien gefördert werden. An dieser grundlegenden Entwicklung werden die Republikaner nicht vorbei kommen, was den Gesundheitsbereich weiterhin zu einem lukrativen Anlagefeld macht“, so Mullen abschließend.