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US-Wahl/ROUNDUP: US-Wahlkampf bis zur letzten Minute - Erste Stimmen ausgezählt

Dienstag, 08.11.2016 11:35 von

WASHINGTON (dpa-AFX) - Mit einem fulminanten Finale haben Hillary Clinton und Donald Trump den wohl spektakulärsten Wahlkampf in der US-Geschichte zu Ende gebracht. Die frühere Außenministerin und First Lady Clinton ging als Favoritin in den Wahltag am Dienstag. Die meisten Umfragen sahen sie knapp vorn. Beide Kandidaten investierten zum Schluss noch einmal Millionen in abschließende TV-Werbespots. Präsident Barack Obama scheidet nach acht Jahren im Januar 2017 aus dem Amt.

Während die Kandidaten noch bei ihren letzten Wahlkampfauftritten auf der Bühne standen, wurden am Dienstag bereits die ersten Stimmen ausgezählt. Bei der traditionellen mitternächtlichen Abstimmung in drei Örtchen im US-Bundesstaat New Hampshire lag der Republikaner Trump in der Nacht mit insgesamt 32 zu 25 Stimmen gegen die Demokratin Clinton in Führung. In dem kleinsten der Orte, Dixville Notch, setzte sich Clinton mit 4:2 Stimmen gegen Trump durch.

LETZTE AUFTRITTE DER BEIDEN KANDIDATEN

Währenddessen hielt Clinton zusammen mit Popstar Lady Gaga noch eine Wahlkampfveranstaltung in Raleigh (Bundesstaat North Carolina) ab. Trump schloss derweil seinen letzten Tag als Kandidat in Grand Rapids (Michigan) ab. "Heute ist unser Unabhängigkeitstag", zitierte er leicht verändert einen Spruch aus dem Hollywood-Film "Independence Day" von 1996. "Wir beenden endlich das Kapitel der Geschichtsbücher über die Clintons, ihre Leben, ihre Machenschaften, ihre Korruption."

Clinton gab ihren Anhängern eine Empfehlung mit auf den Weg, für den Fall, dass deren Kinder und Enkel sie später fragten, was sie im Jahr 2016 getan hätten, "als alles auf dem Spiel stand". Die Antwort laute: "Ihr habt für ein stärkeres, faireres, besseres Amerika gestimmt - ein Amerika, wo wir Brücken bauen, nicht Mauern."

CLINTON NOCHMALS IN DREI UMKÄMPFTE BUNDESSTAATEN

Das Rennen war elf Tage vor dem Wahltermin noch einmal spannend geworden, als die Bekanntgabe weiterer Untersuchungen des FBI zu ihrer E-Mail-Affäre für viel Wirbel sorgte. Die Bundespolizei änderte letztlich aber ihre Auffassung nicht, dass eine Anklage gegen Clinton nicht vertretbar sei. Das hatte FBI-Chef James Comey erst am Sonntag mitgeteilt.

Clinton besuchte am Montag noch drei umkämpfte Bundesstaaten. Wie bereits in den Vortagen bot sie noch einmal alles auf, was die demokratische Partei personell zu bieten hat: mit Barack Obama und Bill Clinton zwei Präsidenten, First Lady Michelle Obama als Wahlkampfwunderwaffe und Clintons Tochter Chelsea. In Philadelphia (Pennsylvania) zeigten sie sich alle gemeinsam bei dem Wahlkampfauftritt vor mehr als 30 000 Menschen. Zuvor waren die berühmten Musiker Bruce Springsteen und John Bon Jovi aufgetreten.

TRUMP OHNE UNTERSTÜTZER

"Das ist ein Mann, dessen Vision auf wenig mehr begrenzt ist als sich selbst", sagte Springsteen über Trump. Alle Redner zeichneten vom Immobilienmilliardär und politischen Seiteneinsteiger ein Bild, das ihn als Risiko für die USA und die Welt erscheinen ließ.

Trump tourte am Montag noch durch fünf wichtige Staaten. Wie in den Tagen zuvor, hatte er zwar seine Kinder, im Gegensatz zu Clinton aber keine Stars als Unterstützer dabei. Er versprach seinen Anhängern einen großen Sieg und bezeichnete das politische System des Landes erneut als gezinkt.

322 MILLIONEN WAHLBERECHTIGTE

Der US-Präsident wird nur indirekt vom Volk gewählt. Jeder Bundesstaat hat eine bestimmt Zahl von Stimmen in einem 538-köpfigen Gremium aus Wahlmännern und -frauen zu vergeben. Deren Zahl richtet sich nach der Größe eines jeden Staates. Das bevölkerungsreiche Kalifornien stellt 55 Wahlmänner, das kleine Delaware nur drei.

Wahlberechtigt sind am Dienstag von den 322 Millionen US-Bürgern theoretisch alle, die mindestens 18 Jahre alt sind. Das sind etwa 219 Millionen. Voraussetzung ist, dass sich ein Wähler registrieren lässt und nicht von der Wahl ausgeschlossen wird - beispielsweise wegen einer kriminellen Vergangenheit. Mehr als 41 Millionen Amerikaner haben bereits frühzeitig abgestimmt.

Die Wahllokale schließen ab 18.00 Uhr Ortszeit. Erste Ergebnisse einzelner Bundesstaaten werden nicht vor 01.00 Uhr (MEZ) erwartet./dm/DP/fbr