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DAX-Check: Jahresendrallye steht nicht mehr viel im Wege

US-WAHL/GESAMT-ROUNDUP: Märkte stehen nach Trump-Wahl nur kurz unter Schock

Mittwoch, 09.11.2016 18:49 von

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Finanzmärkte in Europa haben trotz eines kurzen Schocks über die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten am Mittwoch zugelegt. Der Dax verlor zunächst zwar rund 3 Prozent, drehte dann aber noch deutlich ins Plus und gewann schließlich 1,56 Prozent auf 10 646,01 Punkte. Auch der Leitindex der Eurozone EuroStoxx 50 schloss mit 1,09 Prozent auf 3056,29 Punkte klar im Plus. Börsianer hatten vor Kursstürzen gewarnt im Falle eines Sieges des als unberechenbar geltenden Republikaners Trump. Nun hieß es vielerorts, der Unternehmer werde grundsätzlich als "business friendly" (wirtschaftsfreundlich) wahrgenommen.

In Asien hatten die Börsen zuvor noch mit teils kräftigen Abschlägen geschlossen, bevor sich die Schockstarre an den Märkten im Westen später wieder etwas löste. In Tokio stürzte der Nikkei-Index um 919,84 Punkte oder 5,36 Prozent auf den Schlussstand von 16 251 54 Punkten. Auch die Börse in Hongkong sackte ab, während Trump bei der zu dem Zeitpunkt noch laufenden Auszählung der Stimmen seine Führung stetig ausbaute. An den Börsen in Seoul und Sydney ging es ebenfalls abwärts. Die weitgehend vom weltweiten Börsengeschehen abgekoppelten Börsen Chinas gaben nur leicht nach.

Der US-Dollar ging zum Euro zunächst auf Talfahrt, was die Gemeinschaftswährung kurzzeitig auf den höchsten Stand seit Anfang September trieb. Nach einem Hoch von 1,1300 Dollar (Dollarkurs) am frühen Morgen - dem höchsten Stand seit Anfang September - kostete die Gemeinschaftswährung zuletzt nur noch 1,0944 Dollar. Der Goldpreis war ebenfalls hochgeschnellt und auch die Nachfrage nach sogenannten Fluchtwährungen wie dem japanischen Yen und dem Schweizer Franken stieg sprunghaft, bevor allmählich wieder eine Beruhigung eintrat. Der mexikanische Peso stürzte dagegen auf ein Rekordtief ab.

Sichere Anlagen waren plötzlich gefragt. Besonders deutlich waren die Kursgewinne an den Anleihemärkten, auch die deutschen Staatsanleihen waren vor allem zu Handelsbeginn beflügelt. Im Tagesverlauf gaben die Festverzinslichen einen großen Teil ihrer Gewinne aber wieder ab. Der richtungweisende Euro-Bund-Future fiel bis zum späten Nachmittag sogar um 0,10 Prozent auf 161,64 Punkte.

An den Rohstoffmärkten reagierten die Ölpreise zunächst mit Preisrückgängen von etwa drei Prozent, zuletzt gab es aber auch hier eine Erholung. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Januar fiel im Vergleich zum Vortag um 21 Cent auf 45,82 US-Dollar. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI sank um 17 Cent auf 44,81 Dollar. Im frühen Handel war der WTI-Preis allerdings noch bis auf 43,07 Dollar gesunken. Rohöl gilt als riskante Anlageform, die in unsicheren Zeiten meistens gemieden wird. Der Goldpreis (Goldkurs), der einigen Anlegern als Risikoschutz par excellence gilt, legte zeitweise um knapp 5 Prozent auf 1337 Dollar zu. Am Nachmittag stand er dann aber nur noch leicht im Plus./edh/bvi/DP/jha