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US-Händler nehmen Bosch ins Visier

Montag, 03.10.2016 15:40 von

Nachdem die US-Vertragshändler im Abgas-Skandal einen Milliardenvergleich mit VW erzielt haben, dringen sie nun auf Entschädigung von Bosch.

Während Volkswagen (VW Aktie) bei der Bewältigung des Abgas-Skandals in den USA vorankommt, gerät der Zulieferer Bosch weiter unter Druck. Nach zahlreichen Autobesitzern haben nun auch die VW-Vertragshändler ihre Entschädigungsforderungen mit neuen Vorwürfen untermauert.

In der Nacht zum Samstag ging beim zuständigen Gericht in San Francisco eine erweiterte Klageschrift mit neuen Vorwürfen gegen den Zulieferer ein. Wie bereits zahlreiche US-Zivilklagen von geschädigten Dieselbesitzern, geht nun auch die Sammelklage der Autohändler davon aus, dass Bosch beim Abgas-Betrug zweifelsohne die Rolle eines aktiven Mittäters innehatte.

Ab Mitte 2005 hätten Volkswagen und der Zulieferer mit der Entwicklung der speziellen Bosch-Software begonnen, mit der später Abgastests in den USA ausgetrickst wurden, heißt es in der 220 Seiten langen Klageschrift. In den nächsten zehn Jahren habe Bosch die von den US-Behörden als „defeat devices“ (Abschaltvorrichtungen) bezeichneten Schummelprogramme gefertigt, installiert, getestet und modifiziert. Die Stuttgarter Firma habe enge Kontrolle über die Software behalten und trotz frühzeitig geäußerter Bedenken hinsichtlich der Legalität weiter beim Komplott mitgemacht.

Ein Bosch-Sprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur am Montag: „Bosch kooperiert mit den zuständigen Behörden in verschiedenen Ländern und verteidigt seine Interessen in den Klageverfahren.“ Zu Details äußere sich das Unternehmen nicht.

Neu in die Klageschrift aufgenommen worden seien auch Aussagen aus dem Geständnis eines VW-Ingenieurs, die den Vorwurf einer Verschwörung in der Abgas-Affäre erhärteten, sagte Klägeranwalt Steve Berman der dpa. Der langjährige Mitarbeiter des Konzerns hatte sich kürzlich im Zuge der ersten US-Strafanzeige im Dieselskandal wegen Betrugs und Verstößen gegen Umweltgesetze schuldig erklärt. Der 62-Jährige will mit der US-Justiz kooperieren. Die Aussagen des Zeugen belasten auch den Berliner VW-Zulieferer IAV.

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