Uniper schlägt sich trotz Verlust ordentlich

Dienstag, 22.11.2016 08:40 von

Vor neun Monaten hat Eon-Chef Johannes Teyssen die Kohle- und Gaskraftwerke in ein neues Unternehmen abgespalten. Uniper rutscht nun tief in die Verlustzone. Doch im operativen Geschäft läuft es überraschend gut.

Wenn Eon-Chef Johannes Teyssen über das abgespaltene Unternehmen Uniper spricht, wählt er klare Worte: „Viele haben doch im Vorfeld gesagt, dass Uniper mit den Kohle- und Gaskraftwerken nur eine Resterampe sei. Das war nachgewiesenermaßen eine Frechheit.“

Auf den ersten Blick sieht das, was die Uniper SE in den ersten neun Monaten des Bestehens zustandegebracht hat, nicht so aus. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 4,2 Milliarden Euro, bedingt durch hohe Abschreibungen. Auf dem zweiten Blick lief es aber operativ überraschend gut. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 600 Millionen auf 1,8 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Dienstag früh mitteilte. Zwar musste Uniper in der europäischen Stromproduktion weiter Einbußen verkraften, im Gashandel könnte das Unternehmen aber deutlich zulegen.

In der europäischen Stromerzeugung fiel das Ebitda um 170 Millionen Euro auf nur noch 600 Millionen Euro, im Großhandel stieg es dagegen um 0,9 Milliarden auf 1,4 Milliarden Euro. Uniper profitierte hier vor allem durch erfolgreiche Nachverhandlungen mit Gazprom (Gazprom ADR Aktie).

Uniper legte zum ersten Mal seit dem Börsengang einen Zwischenbericht vor. Eon hatte zum Jahresbeginn die Kohle- und Gaskraftwerke, den Großhandel und die Gasproduktion in das neue Unternehmen abgespalten, um sich selbst auf erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb konzentrieren zu können.

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