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UN-Klimaabkommen: Jetzt sind klare Regeln wichtig!

Freitag, 14.10.2016 10:05 von

Berlin (GodmodeTrader.de) - Indien hat das UN-Klimaabkommen ratifiziert und auch das EU-Parlament ist nachgezogen. Damit der Pariser Vertrag wirksam wird, müssen 55 Staaten, die für mindestens 55 Prozent der Treibhausgase verantwortlich sind, das Abkommen unterzeichnen, wie Impact Investor Jochen Wermuth vom Family Office Wermuth Asset Management in einem aktuellen Marktkommentar schreibt.

„Beide Hürden sind jetzt genommen“, so Wermuth. Somit könne das Abkommen noch in diesem Jahr in Kraft treten. „Aber jetzt muss die Politik auch klare Rahmenbedingungen für die Finanzbranche und die Volkswirtschaft im Ganzen schaffen“, fordert Wermuth. Die Finanzbranche warte nun auf klare Regeln, um mehr Gelder in nachhaltige Investments kanalisieren zu können. Unternehmen forderten andere Benchmarks und einen fairen CO2-Preis, um die Risiken in ihren Bilanzen bewerten zu können, heißt es weiter.

Wermuth sieht in der Besteuerung des Ausstoßes von Treibhausgasen einen gangbaren Weg - dem Vorbild Schwedens folgend, das bereits Anfang der 1990er Jahre eine CO2-Steuer eingeführt hat. „Eine globale Kohlendioxid-Steuer würde den Weg hin zu einer Kreislaufwirtschaft ebnen und in eine nachhaltige Zukunft führen“, ist Wermuth überzeugt. „Aktuell liegt der Steuertarif in Schweden bei 130 Euro pro Tonne CO2. Das Land zeigt, dass die Besteuerung nicht zwangsläufig zu Lasten des Wirtschaftswachstums geht. Im Gegenteil: Schweden hatte im Jahr 2015 das sechsthöchste Wirtschaftswachstum in der Welt.“

Es gelte die globalen Kapitalströme umzuleiten – und Zeit sei dabei der kritische Faktor. Wermuth: „Wenn statt in Kohle, Öl und Gas gezielt in Unternehmen investiert wird, die Ressourceneffizienz, Elektromobilität und erneuerbare Energien voranbringen, bietet das nachhaltiges Wachstum und sichere Arbeitsplätze.“ Weltweit engagierten sich dafür immer mehr Unternehmen, Stiftungen und Privatpersonen. „Die Impact Investoren haben verstanden, dass bei Investitionen auf die Umwelteffekte geachtet werden muss – nicht nur aus moralischen, sondern auch aus finanziellen Gründen“, betont Wermuth.