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Umweltschützer wollen mehr Geld für regionales Schienennetz

Montag, 31.10.2016 11:33 von

BERLIN (dpa-AFX) - Bei den geplanten Milliarden-Investitionen in Straßen, Schienen und Wasserwege kommen aus Sicht von Umweltschützern vor allem regionale Bahnprojekte zu kurz. "Die Bahn als alternativer Verkehrsträger ist auf der Strecke geblieben", kritisierte der Vorsitzende des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND), Hubert Weiger, den neuen Bundesverkehrswegeplan am Montag in Berlin.

Das Konzept sieht bis 2030 Investitionen von fast 270 Milliarden Euro in die Verkehrswege in ganz Deutschland vor. 42 Prozent davon fließen in Schienenprojekte.

Auch der Geschäftsführer des Verbands Allianz (Allianz Aktie) pro Schiene, Dirk Fleger, hält diesen Anteil für zu klein. Viele regionale Bahnprojekte seien außen vor geblieben, weil sie als nicht relevant erachtet worden seien. "Stattdessen geht das Geld in den Straßenbau", sagte Flege.

Der Bund sollte aus Sicht der Verbände prüfen, ob die gut 500 geplanten Ortsumgehungen tatsächlich nötig seien. Es sei sinnvoller, einen Großteil der dafür veranschlagten 12,6 Milliarden Euro in regionale Schienenstrecken zu stecken. BUND-Chef Weiger vermutet, dass "Wahlkreisinteressen" der Grund für den Bau vieler Ortsumgehungen seien.

Über die Details des Bundesverkehrswegeplans wird im Bundestag noch beraten. Der Vorsitzende des Verkehrssausschusses, Martin Burkert (SPD), bekräftigte zuletzt, dass Änderungen zwar noch möglich seien, an der prozentualen Aufteilung des Geldes aber festgehalten würde. Die Ausbaugesetze zum Verkehrswegeplan sollen Anfang Dezember im Bundestag verabschiedet werden./daf/DP/fbr