Türkische Lira verliert nach Moody's-Abstufung - Anleihen unter Druck

Montag, 26.09.2016 09:57 von

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die türkische Lira hat mit Kursverlusten auf die Abstufung der Kreditwürdigkeit der Türkei durch die Ratingagentur Moody's reagiert. Am Montagmorgen wurde ein US-Dollar zu 2,9998 Lira gehandelt. Vor der Abstufung mussten für einen Dollar (Dollarkurs) nur 2,9407 Lira gezahlt werden. Neben der Landeswährung gerieten auch türkische Staatsanleihen zum Auftakt der neuen Handelswoche unter Druck, die Renditen gingen im Gegenzug kräftig nach oben.

Am späten Freitagabend hatte die US-Ratingagentur Moody's (Moody's Aktie) die Kreditwürdigkeit der Türkei um eine Stufe auf "Ba1" abgestuft und das Rating damit in den sogenannten "Ramschbereich" gesenkt, mit dem riskante Anlagen gekennzeichnet werden. Als Begründung hatte Moody's unter anderem das langsame Wirtschaftswachstum des Landes und das weiterhin schlechte Investitionsklima genannt. Außerdem bestehe ein erhöhtes Risiko, dass sich ausländisches Kapital zurückziehen könne und die Rücklagen des Landes schnell reduziert würden.

Bereits im Juli hatte die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) die Kreditwürdigkeit der Türkei kurz nach einem gescheiterten Militärputsch um eine Stufe auf "BB" gesenkt und damit tiefer in den Ramschbereich gesetzt. Damals war der Wert der Lira im Handel mit dem US-Dollar zeitweise auf ein Rekordtief bei 3,0973 Lira zu einem Dollar gefallen.

Eine ähnliche Reaktion wie am Devisenmarkt zeigte sich am Montag auch im Handel mit türkischen Staatsanleihen. Bei den in US-Dollar gehandelten Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren zeigten sich starke Kursverluste. Im Gegenzug stieg die Rendite um 0,26 Prozentpunkte auf 4,46 Prozent. Bei den in der Landeswährung ausgebenen Anleihen legte die Rendite in der zehnjährigen Laufzeit um 0,41 Prozentpunkte auf 9,68 Prozent zu./jkr/bgf/she