Top-Thema

17.11.17
ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Schwächer - Erholungs­versuch bereits beendet

Deutsche Börse AG - Türkei- und Dubai-Zertifikate gern gekauft

Dienstag, 08.05.2007 13:02 von Aktiencheck

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Investoren setzen bei Anlageprodukten auf deutsche Standardwerte, so die Deutsche Börse AG.

Wie die zuständigen Skontroführer von der Baaderbank berichten würden, würden Anleger sowohl Index-Zertifikate, z.B. ein DAX-Produkt der Commerzbank (Unlimited Indexzertifikat auf DAX [Commerzbank AG]) als auch Produkte auf Einzelwerte kaufen. So würden Discount-Zertifikate auf die Deutsche Bank (Diskont-Zertifikat auf Deutsche Bank [Deutsche Bank]), Fresenius (Discount-Zertifikat auf Fresenius Vz [Commerzbank AG]) oder Linde (Diskont-Zertifikat auf Linde [Deutsche Bank]) in die Depots wandern. Letzteres biete Anlegern einen Abschlag von rund 31 Prozent. Im Gegenzug sei die Rendite auf gut 6 Prozent begrenzt.

Darüber hinaus würden Investoren Bonus-Zertifikate mit Cap nachfragen, z.B. auf die Commerzbank (Capped-Bonus-Zertifikat auf Commerzbank [UBS Investment Bank]), Allianz (Capped-Bonus-Zertifikat auf Allianz [UBS Investment Bank]) oder Bayer (Capped-Bonus-Zertifikat auf Bayer [UBS Investment Bank]). Bonus-Zertifikate mit Cap würden Anlegern ermöglichen, an steigenden Kursen zu partizipieren. Sie seien aber auch bei leicht fallenden Kursen durch einen Sicherheitspuffer abgesichert. Allerdings sei die Beteiligung nach oben "gedeckelt", so dass man nur bis zu einer bestimmten Schwelle an der Entwicklung des jeweiligen Basiswertes teilhaben könne.

Anleger würden derzeit ein Zertifikat der Deutschen Bank auf einen Basket mit Dubai-Aktien (Open-End Zertifikat auf Dubai Top Select II-Basket [Deutsche Bank AG]) kaufen. Der zuständige Skontroführer der Baaderbank berichte von "ordentlichen Käufen, auch von institutionellen Anlegern". Das Zertifikat sei erst seit kurzem im Handel und knüpfe an ein ähnliches, ausverkauftes Papier derselben Emittentin an (Tracker Zertifikat auf Dubai Top Select-Basket [Deutsche Bank AG]). Das neue Produkt beziehe sich auf einen Korb mit sieben Aktien wie Amlak Finance, Arab Technical Construction Company oder Dubai Investment.

Dietmar Hornung von der DekaBank sehe in der Diversifikationsstrategie Dubais und anderer Länder das Geheimnis des Erfolgs. "Dubai hat sich als Zentrum für Banken, Versicherungen, Tourismus und Dienstleister aufgestellt, das optimale Bedingungen bietet. Die Strategie ist schlüssig und wird ebenso konsequent wie erfolgreich verfolgt", analysiere Hornung. Dubai habe den Vorteil des "first mover", weil es als erster die Strategie umgesetzt hätte. Nachfolgende Staaten würden es schwer haben, Dubai zu verdrängen.

Außerdem profitiere die Region vom anhaltenden Rohstoffboom. "Es strömt viel Kapital in die Region. Anders als in den siebziger Jahren wird es jetzt aber nicht vorwiegend in den USA oder Europa investiert, sondern bleibt zu einem gewichtigen Teil im Land. Das gibt der Wirtschaft zusätzlichen Auftrieb", so Hornung.

Mit einem Discount-Zertifikat (Discount-Zertifikat auf DJ Turkey Titans 20 ER [ABN AMRO]) der ABN AMRO würden Anleger auf die Entwicklung des türkischen Aktienmarkts setzen. Der zugrunde liegende DJ Turkey Titans 20-Index bilde die Wertentwicklung von 20 türkischen Aktien nach. Das Zertifikat könnten Anleger aktuell mit einem Rabatt von knapp 54 Prozent kaufen. Die maximale Rendite des bis Dezember 2008 laufenden Papiers betrage derzeit rund 30 Prozent.

"Die aktuelle politische Entwicklung in der Türkei hat den Markt zunächst enttäuscht. Der Markt war davon ausgegangen, dass die Demokratie in der Türkei schon reifer sei und war von der verbalen Intervention des Militärs im Zuge der Präsidentschaftswahl überrascht", erläutere Hornung. Der türkische Markt befinde sich zurzeit in einer volatilen Phase, die erst nach den Wahlen ihren Abschluss finden werde. "Es bleibt abzuwarten, welche Richtung die Türkei nimmt, und was das für die Märkte bedeutet", folgere der Analyst. Grundsätzlich sei er jedoch positiv für die makroökonomische Entwicklung in der Türkei.

Der April habe nicht nur für außergewöhnlich hohe Temperaturen gesorgt, sondern auch für neue Hochs an den internationalen Finanzmärkten. Bei den verbrieften Derivaten im Frankfurter Parketthandel seien die Umsätze im April hinter denen des Vormonats zurückgeblieben, wie Jens Oliver Kreiter von ICF Kursmakler AG berichte. "Die Feiertage haben für einen leichten Umsatzrückgang gesorgt. Auf einem ansonsten hohen Niveau wurden bei den Anlageprodukten rund 3,22 Mrd. Euro und bei Hebelprodukten etwa 855 Mio. Euro umgesetzt", erläutere Kreiter.

Bei den Anlageprodukten würden weiterhin die Bonus-Zertifikate das Geschehen dominieren, die über 80 Prozent des Umsatzvolumens auf sich vereinen würden. Auf den Plätzen 2 und 3 würden Index-Zertifikate mit rund 23 Prozent und Discount-Papiere mit gut 13 Prozent folgen. Bei den Hebelprodukten stünden die klassischen Optionsscheine hoch in der Gunst der Anleger. Der Umsatz von Knock-out-Scheinen habe im April hingegen um knapp 24 Prozent nachgegeben.

"Insgesamt agieren Anleger momentan eher defensiv. Sie warten ab. Insbesondere die Kurssteigerungen der vergangenen Wochen haben sie zu Umstrukturierungen in defensivere Werte bewegt. Kurzfristige Outperformance-Strategien setzen sie mit Knock-out-Produkten um. Kleine Rücksätze führen kaum noch zu neuen Positionen oder gar hektischen Verkäufen", kommentiere Kreiter das Marktgeschehen im April. (08.05.2007/zc/a/a)