Tschechiens Finanzminister kauft halb Wittenberg

Montag, 28.11.2016 18:00 von

Der tschechische Finanzminister und Unternehmer Andrej Babiš hat Millionen in Firmen und Immobilien in Wittenberg investiert. Doch was will der Milliardär dort?

Fast unbemerkt schlüpft Andrej Babiš, ein hagerer Mann mit gebeugtem Kopf, an den Fotografen der Presse vorbei. Der milliardenschwere Unternehmer und tschechische Finanzminister Babiš meidet die Presse, in deren Blitzlichtern sich an diesem Reformationstag Ende Oktober ohnehin andere sonnen: Gerade haben Wittenbergs Oberbürgermeister Torsten Zugehör und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff das Chemie-Museum am Marktplatz von Wittenberg eingeweiht und strahlen nun vor den Kameras um die Wette.

Babiš, der für den Bau des Museums ein paar Millionen Euro springen ließ, schleicht unterdessen vorbei an der Lutherstatue vor dem Rathaus, mischt sich unter die Luthertouristen, bleibt an einem der Verkaufsstände stehen und gönnt sich an diesem grauen Vormittag erst mal einen Glühwein.

Während er aus dem Tonkrug nippt, blickt Babiš auf die Renaissance-Häuser des Museums nebst dem Marktplatz. „Wie viele der Häuser haben Sie gekauft?“, will er von seinem Begleiter wissen. „Sie haben die Häuser gekauft. Es sind Ihre! Die zwei linken gehören Ihnen“, antwortet ihm Rüdiger Geserick, Geschäftsführer des Chemieunternehmens SKW Piesteriz, einer Tochter von Babiš tschechischem Konzern Agrofert. „Und was hat es gekostet?“, will Babiš wissen. „Alles zusammen zwölf Millionen Euro“, sagt Geserick. Babiš blickt zufrieden auf die Häuser: „Das ist okay. Sieht ja toll aus!“

Andrej Babiš ist nicht nur Tschechiens Finanzminister. Der Unternehmer ist auch einer der reichsten Männer des Landes. Sein Konzern Agrofert setzt im Jahr rund sechs Milliarden Euro um. „Forbes“ schätzt das Vermögen des gebürtigen Slowaken auf 2,6 Milliarden Dollar (Dollarkurs) und führt ihn als Nummer 688 auf seiner Reichen-Liste.

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