Trotz Brexit und Bankenkrise wächst deutscher Digitalmarkt weiter

Dienstag, 18.10.2016 11:21 von

BERLIN (dpa-AFX) - Die Digitalbranche in Deutschland legt trotz der aktuellen Bankenkrise und den absehbaren Folgen des Austritts Großbritanniens aus der EU weiter zu. Der Umsatz mit Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik wird nach Berechnungen des Branchenverbandes Bitkom im laufenden Jahr auf 160,5 Milliarden Euro und damit erstmals über 160 Milliarden Euro steigen. Damit bekräftigte der Digitalverband Bitkom am Dienstag seine Wachstumsprognose von 1,7 Prozent für den deutschen Markt.

Gleichzeitig wächst aber auch der Rückstand gegenüber Ländern mit einer starken Digitalwirtschaft. "In den USA wächst der ITK-Markt doppelt so schnell wie bei uns", sagte Dirks. "Die digitale Transformation gibt es nicht zum Null-Tarif. Wir brauchen mehr Investitionen in digitale Technologien, wenn die digitale Transformation gelingen soll."

Das Umsatzwachstum der Branche in Deutschland belebe auch den Arbeitsmarkt. "Die Unternehmen der Bitkom-Branche werden im laufenden Jahr mindestens 20 000 neue Arbeitsplätze schaffen." Damit beschäftigt die ITK-Branche in Deutschland zum Jahresende 1 030 000 Menschen und festigt ihre Rolle als zweitgrößter industrieller Arbeitgeber knapp hinter dem Maschinenbau.

Wachstumstreiber ist derzeit die Informationstechnologie, die Bitkom zufolge 2016 um 3,6 Prozent auf 84 Milliarden Euro zulegen kann. Vor allem die Geschäfte der Softwareanbieter wachsen mit einem Plus von 6,2 Prozent auf 21,6 Milliarden Euro überdurchschnittlich. Die Umsätze mit IT-Services, in denen sich Aufträge aus der Digitalisierung der Unternehmen besonders stark widerspiegeln, verzeichnen einen Anstieg um 2,7 Prozent auf 38,2 Milliarden Euro. In der Unterhaltungselektronik schwächt sich der langjährige Abwärtstrend deutlich ab. Die Umsätze sinken nur mehr geringfügig um 0,9 Prozent auf 9,5 Milliarden Euro. Positiv hat hier die steigende Nachfrage nach TV-Geräten dank der Sport-Großereignisse Fußball-Europameisterschaft und Olympia gewirkt.

Für 2017 erwartet Bitkom im ITK-Gesamtmarkt ein Plus von 1,2 Prozent auf 162,4 Milliarden Euro. Die etwas niedrigere Wachstumsrate sei zum einen auf das leicht abgeschwächten Wachstum der Gesamtwirtschaft zurückzuführen. Außerdem erwartet die Branche, dass sich IT-Hardware wie Desktop-PCs und Notebooks schlechter verkaufen wird. Dazu kommt, dass Umsätze mit Festnetz- und Mobildiensten aufgrund von Preiswettbewerb und Regulierungseffekten sinken./chd/DP/stb