Thomas Cook schwächelt wegen Türkei-Krise

Mittwoch, 23.11.2016 13:40 von

Das schwache Türkei-Geschäft belastet den Gewinn von Thomas Cook – und die konzerneigene Fluglinie Condor macht Verluste. Doch der Kursverlust des britischen Pfunds nach dem Brexit verhindert Schlimmeres.

Die Krise in der Türkei hat Europas zweitgrößten Reiseveranstalter Thomas Cook im vergangenen Geschäftsjahr ausgebremst. In den zwölf Monaten bis Ende September stand unter dem Strich ein Überschuss von neun Millionen britischen Pfund (10,6 Millionen Euro) und damit knapp halb so viel wie ein Jahr zuvor. Das teilte der Tui-Rivale mit Marken wie Neckermann Reisen und Öger Tours am Mittwoch in London mit. Während das gesamte Tagesgeschäft dank Rekordergebnissen in Großbritannien und Nordeuropa nur etwas weniger abwarf, sackte die konzerneigene deutsche Fluglinie Condor in die roten Zahlen. Durch eine Ausrichtung auf Langstreckenflüge soll sie wieder auf Linie gebracht werden.

Insgesamt meldete Thomas Cook für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Umsatz von 7,8 Milliarden Pfund, etwa so viel wie ein Jahr zuvor. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn sank von 310 Millionen auf 308 Millionen Pfund, lag damit aber über der im Juli gesenkten Prognose des Vorstands und den Erwartungen der Analysten. Thomas-Cook-Aktien zogen fast sieben Prozent an. Die Anteilseigner sollen nun mit 0,5 Pence je Aktie die erste Dividende seit fünf Jahren erhalten.

Thomas Cook ist unter anderem mit der Marke Öger Tours stark im Türkei-Geschäft vertreten. Wegen des herben Buchungseinbruchs nach Terroranschlägen hatten viele Veranstalter ihr Geschäft in andere Länder wie Spanien verlagert. Dass der Gewinn nicht stärker einbrach, verdankte Thomas Cook dem Kursverfall des Pfunds nach dem Brexit-Votum. Für die etwa in Deutschland in Euro erzielten Einnahmen bekam das Unternehmen seit Ende Juni deutlich mehr Pfund heraus als ein Jahr zuvor.

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