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Telefonica macht sich frei

Dienstag, 20.09.2016 17:40 von

Telefonica bricht das unausgesprochene Übereinkommen der Mobilfunkanbieter, keine Datenflatrates anzubieten. Schon Telefon-Flats hatten schnell die Preise verdorben. Klar war aber: Einer wird der Erste sein. Eine Analyse.

Die Worte sind marketing-markig: „Daten sind der neue Sauerstoff und Sauerstoff gibt es bei O2.“ Der Satz stammt vom operativen Chef (COO) von Telefonica, Markus Haas. Das Unternehmen mache einen „Quantensprung“, sagt er, es sei eine „Revolution“. Hass spricht von „O2 Free“, dem neuen Angebot von Telefonica (Telefonica Aktie) für seine Premiummarke. Das neue dabei: Es ist eine Datenflatrate. Wer sein gebuchtes Datenvolumen überschreitet, kann weitersurfen.

Das erscheint zunächst paradox: Warum überhaupt ein Datenpaket buchen, wenn es doch auch mit dem günstigsten Vertrag weitergeht? Die Antwort steckt im Detail. Zwar können die Kunden so viel surfen, wie sie wollen, aber nicht in der selben Geschwindigkeit. Haben sie ihre Volumenobergrenze erreicht, kommt die Drossel. Das ist bei allen anderen Anbietern auch so, allerdings will Telefonica nicht mehr so stark drosseln wie die anderen. Während die nur noch etwa 14 Kilobit Daten pro Sekunde durchleiten, schickt O2 noch 1 Megabit die Sekunde (Mbit/s).

Das soll reichen, um die wichtigsten Bedürfnisse der Mobilfunkkunden zu befriedigen. Um herauszufinden, welche das sind, hat Telefonica von TNS Infratest extra eine Studie anfertigen lassen. Die kam zu dem Schluss, dass 81 Prozent der Smartphone-Nutzer nicht auf Messenger-Apps verzichten wollen. Zudem wichtig ist das Surfen im Internet sowie Bilder und Emails zu verschicken, Navigation und Wetterdienste. Und all dies sei ohne Probleme mit einem Mbit/s möglich, erklärt Haas freudig. „Wir wollen den Mobilfunk entfesseln“, sagt er.

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