Süße Mäuse - in der Wirtschaft ein Kündigungsgrund

Montag, 03.10.2016 10:00 von

Die Berliner CDU hat ein Sexismusproblem, das belegen die Schrift von CDU-Politikerin Behrends und vor allem die Reaktionen darauf . Kaum eine Überraschung: Politik ist eben schlüpfriger als Wirtschaft.

Das Bundesfamilienministerium tat am Montag, was seine Aufgabe ist: Es verurteilte Sexismus, in aller Form. „Viele Frauen erleben Sexismus im Alltag und am Arbeitsplatz“, verkündete eine Ministeriumssprecherin. Es sei mutig, wenn Frauen dies offen ansprächen. Weniger mutig war vom Ministerium, nicht direkt anzusprechen, was die Wortmeldung ausgelöst hatte: eine seltsame Sexismusdebatte in der Berliner CDU.

Die offenbart nämlich mal wieder, dass die verdruckstesten Arbeitsplätze offenbar noch immer in der deutschen Politik zu finden sind. Schon die (An-)Klageschrift der jungen CDU-Politikerin Jenna Behrends, 26, liest sich wie ein Groschenroman. Behrends berichtet in einem offenen Brief, ihr sei unterstellt worden, sich politisch hochschlafen zu wollen. Auch schildert sie einen Senator – mittlerweile als CDU-Mann Frank Henkel (Henkel Aktie) enttarnt – der sie als „große süße Maus“ begrüßt und einen Kollegen vor ihrer Nominierung gefragt habe: „Fickst du die?“ Trost von ihrem Ortsvorsitzenden erfuhr Behrends anscheinend nicht. Der habe nur erklärt, solche Vorfälle seien Teil des politischen Auswahlprozesses. Wer damit nicht klarkäme, sei für kein politisches Amt geeignet.

Die Reaktionen ließen den Groschenroman endgültig schmierig werden. Der ertappte Henkel nannte, eher beleidigt-vorwurfsvoll, die ganze Angelegenheit enttäuschend, man habe Quereinsteigerin Behrends schließlich eine Chance gegeben. CDU-Generalsekretär Peter Tauber freute sich erst, endlich würden Namen genannt, was Ermittlungen sonst erschwere. Dann musste er zugeben, selbst mit Behrends „geflirtet“ zu haben, natürlich rein freundschaftlich. Dass Tauber, wie unterdessen herauskam, früher mit Parteifreunden im Main-Kinzig-Kreis E-Mails ausgetauscht hatte, welche Nachwuchsfrau für die Partei ein optischer Gewinn sei, half seinem Gesamteindruck ebenfalls nicht.

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