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24.02.17
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Ströer Analyse (1) – Was sagen diese Kennzahlen?

Mittwoch, 11.01.2017 13:05

Kommentar von Rami Jagerali

Lieber Leser,

die Aktie von Ströer hat sich einigermaßen nach den Short-Attacken in 2016 erholen können. Allerdings ist noch nicht alles in Butter, denn der seit Mitte 2015 andauernde Korrekturtrend ist gemäß den markttechnischen Kriterien intakt. Schauen wir uns daher zunächst anhand einiger Kennzahlen die fundamentale Lage in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres an. Mit Hilfe von fundamentalen Kennzahlen kann man die wirtschaftliche Entwicklung eines Unternehmens schnell und übersichtlich darstellen. Da es allerdings sehr viele Kennzahlen gibt, ist eine Unterteilung in verschiedene Kategorien sinnvoll. Empfehlenswert ist die Unterteilung in die Kategorien finanzielle Stabilität, Rentabilität, Marktposition sowie Gewinnwachstum.

Finanzielle Stabilität von Ströer in 2016

Die finanzielle Stabilität von Ströer wollen wir anhand des sogenannten Gearings feststellen. Das Gearing stellt die Finanzverbindlichkeiten zum Eigenkapital ins Verhältnis und zeigt damit auf, in welchem Maße Finanzverbindlichkeiten durch Eigenkapital gedeckt sind. Per drittes Quartal 2016 verzeichnete Ströer ein Gearing von 61,86 % was so viel bedeutet, dass die finanzielle Stabilität gegeben ist. Werte zwischen 20-50 % sind als gut einzustufen. Ab 70 % wird die Lage allerdings bedenklich, daher sollte die Lage um die Nettoverschuldung bei Ströer im Auge behalten werden.

Rentabilität von Ströer in 2016

Ob Ströer in 2016 rentabel war, kann man anhand der Eigenkapitalrendite erfahren. Diese stellt den Jahresüberschuss zum Eigenkapital gegenüber. Die normale Eigenkapitalrendite beträgt bei Ströer 6,22 %. Wir ermitteln die ungehebelte EKR. Diese gibt Aufschluss darüber, ob das Unternehmen fähig ist eine angemessene EKR zu erwirtschaften ohne sich dabei für nötige Investitionen zu verschulden. Die ungehebelte EKR beträgt in diesem Fall lediglich 2,43 %. Das klingt natürlich ganz anders als 6,22 % und liegt an den hohen Abschreibungen in 2016. Die Rentabilität lässt damit zumindest kurzfristig betrachtet zu wünschen übrig.

Marktposition von Ströer in 2016

Die Marktposition wollen wir mit Hilfe der Umsatzrendite erfahren. Diese wird durch die Gegenüberstellung des Jahresüberschusses zu den Umsatzerlösen berechnet. Per drittes Quartal 2016 beträgt, unseren Berechnungen nach, die Umsatzrendite der Ströer SE 5,32 %. Generell gilt: Eine niedrige Umsatzrendite zeugt von schwacher Marktposition und sollte im längerfristigen Vergleich herangezogen werden. Eine Umsatzrendite zwischen 10-20 % deutet auf eine recht solide Marktstellung hin. Im Falle von Ströer scheint die niedrige Umsatzrendite auf eine recht schwache Marktposition hinzudeuten. Allerdings ist Ströer nur von wenigen Konkurrenten in diesem Segment umgeben. Eine niedrige Umsatzrendite könnte daher berechtigt sein.

Gewinnwachstum von Ströer in 2016

Das Gewinnwachstum werden wir mit Hilfe des Gewinns je Aktie feststellen, da dieser Gewinn auch tatsächlich den Aktionären zur Verfügung steht. Er ergibt sich durch Division des Jahresüberschusses und Aktienanzahl. Den eigenen Angaben nach, beträgt der Gewinn je Aktie (EPS) per Q3 2016 0,73 Euro. Das ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine positive Entwicklung, da im vergangenen Jahr ein Gewinn von 0,51 Euro zu Buche stand. Das KGV berechnet sich damit auf 57,82.

Fazit

Ströer ist gemäß dem letzten Quartalsbericht und den oben berechneten Kennzahlen nicht schlecht aber auch nicht wirklich gut aufgestellt. Es herrscht eine leichte Überschuldung vor. Das Eigenkapital wird ohnehin schon sehr niedrig verzinst, ungehebelt liegt die EKR sogar bei 2,43%. Der Gewinn je Aktie hat sich leicht gesteigert im Vergleich zum Vorjahr. Das KGV (57,82) deutet eine Überbewertung an. Die Einstandsrendite ist damit mit 1,73 % deutlich unter Marktdurchschnitt.

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