Start-up Smartfrog lockt neue Investoren an: Geldspritze von 20 Millionen Euro

Mittwoch, 19.10.2016 09:05 von

BERLIN (dpa-AFX) - Das auf Überwachungssysteme für Privathaushalte spezialisierte Start-up Smartfrog stößt bei Investoren auf zunehmendes Interesse. In der dritten Finanzierungsrunde konnte das Berliner Unternehmen rund 20 Millionen Euro und damit doppelt so viel wie bisher insgesamt einsammeln. "Dieses Zeichen des Vertrauens werden wir nutzen, um unsere internationale Expansion weiter voranzutreiben", sagte Mitgründer Andreas Rudyk am Mittwoch in Berlin.

An der neuen Finanzierungsrunde seien neben den bisherigen Investoren e.ventures und Target (Target Aktie) Global renommierte Unternehmerfamilien beteiligt. Hinter e.ventures stecken unter anderem Handelshäuser wie Otto, Metro (Metro Aktie) und Rewe. Diese stehen Smartfrog zum Teil auch beratend und als Vertriebspartner zur Seite.

Smartfrog bietet eine Videokamera an, mit der sich Privat- oder Geschäftsräume über das eigene Smartphone überwachen lassen - und das laut Firmenwerbung relativ einfach und günstig. Auch sind Aufzeichnungen der letzten 30 Tage möglich.

Die Produkte von Smartfrog werden unter anderem über Kooperationen mit Amazon (Amazon Aktie), Otto, Conrad, EnBW, Mediamarkt, Notebooksbilliger.de und Saturn vertrieben. Rudyk kündigte weitere Vertriebspartnerschaften an - Einzelheiten dazu soll es noch in diesem Jahr geben.

Das Unternehmen hat seine Mannschaft ein Jahr nach der Produkteinführung auf über 60 Mitarbeiter verdoppelt, verteilt auf vier Büros international. Damit seien die selbst gesteckten Ziele erreicht worden, sagte Rudyk.

Die bisher eingesammelten rund 30 Millionen Euro erscheinen im Vergleich zu den Summen bei Finanzierungsrunden bekannter US-Start-ups wie Uber oder Dropbox niedrig. Doch diese sind entweder schon ein paar Schritte weiter oder sie sind schlicht Ausnahmen. Branchenkreisen zufolge spielt Smartfrog für eine frühe Phase durchaus auf Augenhöhe mit der US-Konkurrenz. In Europa ist die Summe für eine Aufbauphase, in der sich Smartfrog immer noch befindet, sogar ein vergleichsweise hoher Wert.

Das Unternehmen profitiert dabei von einer zuletzt stark gestiegenen Nachfrage nach Sicherheit für das Eigenheim oder die Wohnung. Angaben zu Geschäftszahlen wie Umsatz und Gewinn machte Rudyk bei der Bekanntgabe der neuen Finanzierungsrunde allerdings nicht./zb/das/stb