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'Spiegel': Umweltverbände boykottieren Beratungen zum Klimaschutzplan

Sonntag, 25.09.2016 15:12 von

BERLIN (dpa-AFX) - Umweltverbände in Deutschland wollen nach einem "Spiegel"-Bericht die Beratungen zum Klimaschutzplan 2050 boykottieren. Greenpeace, BUND, WWF und der Naturschutzbund bleiben demnach den in der kommenden Woche beginnenden, vom Bundesumweltministerium organisierten Anhörungen fern. Die Verbände protestierten damit gegen die Streichung von konkreten Klimaschutzmaßnahmen durch Bundeswirtschaftsministerium und Kanzleramt.

Nach Ansicht der Umweltschützer wird Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) übermäßig ausgebremst. Im Vergleich zu einer früheren Fassung sind beispielsweise beim Kohleausstieg die Ziele deutlich zurückgenommen worden. Der Klimaschutzplan war zuvor mit breiter Beteiligung von Bürgern, Verbänden und der Wirtschaft entwickelt worden.

"Der vorliegende Klimaschutzplan ist ein Debakel nicht nur für den Klimaschutz, sondern auch für die Demokratie", kritisierte der Greenpeace-Energieexperte Tobias Münchmeyer am Samstag in einer Mitteilung. Er warf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fehlenden Willen bei der Umsetzung der Klimaziele vor.

Der Klimaschutzplan 2050 soll den Weg aufzeigen, über den Deutschland seine eigenen und die internationalen Ziele insbesondere bei der Reduzierung des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes erreichen kann. Vergangenen Dezember hatte sich die Weltgemeinschaft in Paris darauf geeinigt, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen./amr/DP/jha