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SPD will Versandhandel mit Arzneimitteln nicht verbieten

Freitag, 28.10.2016 14:50 von

BERLIN (dpa-AFX) - Die Pläne von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten zu verbieten, stoßen beim Koalitionspartner SPD auf Ablehnung. "Gerade für chronisch kranke Menschen in strukturschwachen Gebieten mit wenigen Apotheken wäre es unzumutbar, ihnen diesen einfachen Weg der Arzneimittelversorgung abzuschneiden", erklärte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Karl Lauterbach am Freitag in Berlin. Stattdessen müsse man darüber nachdenken, die Beratungsleistung in stationären Apotheken besser zu vergüten.

Mit seinen Verbotsplänen reagiert Gröhe auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs. Die Luxemburger Richter hatten in der Vorwoche die Preisbindung für rezeptpflichtige Medikamente im grenzüberschreitenden Versandhandel gekippt. Das Urteil erlaubt Versandapotheken wie der niederländischen Kette DocMorris Bonuszahlungen an deutsche Patienten, um deren Zuzahlung zu verringern./ax/DP/fbr