Sozialverband VdK: Weitere Anhebung des Rentenalters realitätsfern

Mittwoch, 09.11.2016 03:59 von

BERLIN (dpa-AFX) - Der Sozialverband VdK hat sich entschieden gegen eine weitere Anhebung der Regelaltersgrenze bei der Rente ausgesprochen. "Solche Vorschläge gehen vollkommen an der Realität vorbei", sagte VdK-Präsidentin Ulrike Mascher der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf entsprechende Vorschläge aus der Union. "Die Beschäftigungssituation für Ältere ist nach wie vor kritisch. Die meisten haben doch schon Mühe, ihren Job bis 65 oder gar 67 auszuüben." Mascher forderte: "Ältere Menschen müssen am Arbeitsmarkt bessere Chancen bekommen."

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte vor dem Treffen der Koalitionsspitzen am Dienstagabend zur Rentenpolitik seinen Vorstoß bekräftigt, künftig das Renteneintrittsalter an der Lebenserwartung auszurichten.

Das Rentenniveau müsse mindestens auf dem heutigen Stand stabilisiert werden, verlangte Mascher. Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) hatte am Dienstag darauf hingewiesen, dass das Rentenniveau 2016 von bisher 47,8 auf 48 Prozent gestiegen sei. Zudem gingen die neuen Prognosen davon aus, dass es 2020 bei 47,9 Prozent und 2030 bei 44,5 Prozent liegen werde, also deutlich über den festgeschriebenen Sicherungszielen.

Das Rentenniveau ist das Verhältnis der Rente nach 45 Jahren Arbeit zum aktuellen Durchschnittseinkommen.

Mascher forderte zudem eine vollständige Angleichung der Mütterrenten, wie von der CSU gefordert. Immer noch würden Mütter, die vor 1992 Kinder geboren haben, gegenüber jüngeren Müttern benachteiligt, monierte sie./rm/DP/he