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Solarindustrie: Darum fertigen die Chinesen günstiger (JinkoSolar, SolarWorld, SMA Solar, Phoenix Solar, Hanwha Q Cells, SolarEdge, First Solar, Canadian Solar, HyperSolar, SunPower)

Freitag, 14.10.2016 07:30

Kommentar von Mark de Groot

Liebe Leser,

der aktuelle Preisverfall von Solarzellen hängt mit dem Überkapazitäten auf dem chinesischen Markt zusammen. Dies ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Die Hersteller aus Fernost haben ihre Produktionskosten deutlich absenken können. Diese Nachricht sollte die europäischen Unternehmen weitaus mehr beunruhigen – gerade auf lange Sicht.

Deutliche Preisunterschiede

So fielen die Fertigungspreise seit 2015 um 8-13 %, je nach Hersteller. Die chinesischen Module kosten inzwischen nur noch 0,43 Dollar je Watt. Die Europäer verlangen hingegen noch über 0,50 Euro je Watt. So beträgt er Mindestpreis, zu dem chinesische Firmen nach Europa exportieren dürfen, derzeit noch 0,56 Euro. Deshalb haben mehrere namhafte Hersteller wie JinkoSolar die Vereinbarung mit der EU aufgekündigt und zahlen nun lieber Strafzölle.

Warum fertigen die Chinesen günstiger?

Die Chinesen betreiben sogenannte Gigafabriken, die einen jährlichen Output von bis zu 5 Gigawatt produzieren. Größere Stückzahlen senken den Produktionspreis. Zudem konzentrieren sich die dortigen Hersteller auf wenige Massenprodukte. Dadurch spart man sich den Kauf teuerer Spezialmaschinen. Außerdem sind in China die Lieferzeiten und Transportkosten gering. Das Land verfügt im Solarbereich über eine enorm dichte Lieferkette.

Nachteile der Strafzölle

Momentan ist das Thema Strafzölle ja wieder en Vogue. Die Solarindustrie ist ein gutes Beispiel für die Schattenseiten einer solchen politischen Entscheidung. Zum einen kommen die europäischen Verbraucher nicht in den Genuss der Preissenkungen auf dem globalen Markt. Gleichzeitig schreckt der hohe Stückpreis in Europa potenzielle Investoren ab.

Geld wird in den kommenden Jahren auf dem Solarmarkt vor allem in Indien und Lateinamerika verdient. Warum sollte ein Investor jetzt Kapital in ein Unternehmen stecken, dass in ein paar Jahren nicht mit den Preisen der chinesischen Konkurrenz mithalten kann? Dies ist aber für die hiesige Wirtschaft fatal. Mangels der notwendigen Kapitalausstattung wird sie kaum Gigafabriken bauen können. Wie soll sie dann aber ihre Stückkosten verringern?

Ich befürchte, langfristig droht der europäischen Solarindustrie der Ausverkauf. Wer Glück hat, schlüpft unter das Dach eines chinesischen Investors. Damit würde die europäische Solarbranche zum reinen Zulieferer degradiert werden – keine schöne Vorstellung.

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